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Die Leiden Jesu während seiner Kreuzigung, in sieben Predigten vorgetragen, mit bes. Rücksicht auf die sieben Worte des Erlösers am Kreuz
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Wurden sie dadurch gerührt und zum heilsamen Nachden-ken gebracht? Ach nein! die heilige Geschichte erzählt unsgerade das Gcgentheil. Etliche aber heißt es, dieda st an den, da sie das hörten, sprachen sie: derrust dein Elias. Die Andern aber sprachen: halt,laß sehen, ob Elias komme und ihm helfe. Wererstaunt nicht über solche Bosheit und Verhärtung! Durchdie Finsternis; waren sie abgeschreckt worden, ihre Spöt-tereien fortzusetzen. So lange die Finsternis; währte,wird ihnen wohl das Herz gebebt haben, daß sie vor Angstihren Mund nicht aufthun durften, aber sobald die Fin-sternis; vorüber war, fingen sie wieder an zu spotten undfrech fortzusündigen. Ach, daß sie nicht noch so vieleihres Gleichen hätten, die dann, wenn Gefahr und Furchtsie umringt, wenn ein schweres Gewitter über ihremHaupte schwebet, oder sonst ein Unglück ihnen droht,oder ein bedenklicher Zufall sie an den Rand des To-des führt, zwar eine Zeitlang sticke werden, aber sobalddie Gefahr und Furcht glücklich vorüber ist, wieder inihrer vorigen Sünde fortgehen.

Die ruchlosen und verhärteten Spötter am KreuzeChristi, waren keine unwissende Heiden, sondern Judenund wahrscheinlich Schriftgclehrte, denen die Anfangs-worte des 22. Pf. wohl bekannt waren, aber aus Muth-willen die Worte Jesu: Eli, Eli, das ist, mein Gott,mein Gott, verdreheten und sagten: er ruft dem Elias.Denn da nach der Meinung der Juden der ProphetElias wiederkommen, der Vorläufer und Gehülfe des Mes-sias sein sollte, so wollten sie ihn durch die Mißdeutungseines Gebets als einen falschen Messias lächerlich machen,der, weil Gott sich seiner nicht annehme, dem Elias seineRoth klage, bei ihm Hülfe suche. Halt, riefen Andre,die diese Spöttereien billigten und den witzigen Einfallnoch mehr ausdehnen wollten, laß sehen, ob Elias kommt,ihm zu helfen.

Wie empfindlich mußte Jesu diese beißende Spott-rede sein, nicht nur, weites einen Jeden betrübt, kränkt,wenn man seines Elends bitter spottet; sondern vorzüg-