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Die Leiden Jesu während seiner Kreuzigung, in sieben Predigten vorgetragen, mit bes. Rücksicht auf die sieben Worte des Erlösers am Kreuz
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kenntniß von den evangelischen Wahrheiten, aber sie isttodt und unfruchtbar; sie sind dabei geistlich blind underkennen ibr natürliches Verderben, ihre Herzensunrei-niqkeit, ihre häufigen Versündigungen und gänzliche Ohn-macht zum Guten nicht, daher können sie dann auch von derNvibwendigkeit Christi, der uns gemacht ist von Gott zurWeisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlö-sung, keine lebendige Ueberzeugung haben, noch einen gläu-bigen Gebrauch von ihm machen; sondern sind mit ihremThun und Lassen zufrieden, und meinen, Gott müssees auch sein; oder trösten sich blindlings in ihren Sün-den mit dem Verdienste Jesu; aber, sie wissen nicht, wassie thun; wissen nicht, daß sie sich selbst betrügen.

Weil es nun so sehr an der rechten Selbsterkennt-niß und der lebendigen Erkenntniß Jesu Christi, an derzweckmäßigen Benutzung der Gnadenzeit, der Gnadenmit-tel und Heilsanstalten Gottes in Christo fehlt; so ist esnicht zu verwundern, daß es auch unter den heutigenChristen an dem liebevollen, sanftmüthigen und geduldi-gen Sinn Jesu Christi fehlt; denn die wahre Liebe, Sanft-mut!) und Geduld fließt aus dem Glauben her. Ach,wie selten sind die, die ihren Beleidigern gern vergeben,sie lieben und für sie beten; die nicht Böses mit Bösem,Scheltwort mit Scheltwort, Haß mit Haß, Lästerungmit Lästerung, Beleidigung mit Beleidigung vergelten;sondern ihren Feinden Gutes zu thun bereit sind. Wieviel Haß, Zorn, Unversöhnlichkeit und Rachsucht herrschtbei denen, die täglich beten: Vergicb uns unsere Schuld,als wie wir vergeben unser» Schuldigern. Wie Manchehassen, beleidigen, schmähen und verleumden selbst diejeni-gen, die ihnen nichts zu Leid gethan haben. Sie wis-sen freilich nicht, was sie thun, wie schwer sie sich ver-sündigen, wie elend und unglücklich sie sind und sich jelänger je mehr mit ihrem unchristlichen Sinne machen;wie heilbringend der Antheil an Christi Gerechtigkeit durchden Glauben, wie beglückend sein liebevoller und sanftmüthi-ger Sinn, wie nöihig und nützlich die Bekämpfung un-serer Leidenschaft ist; wüßten sie das, sie würden Gnade