Astronomie.
Sap. VI.
haben fast durchgehends eine genau krcisfbrmigc oderbcchcrartigc Gestalt, die jedoch gegen den Rand desMondes hin elliptisch erscheint; und die größeren ha-ben mcisientbeils inwendig einen ebenen Boden, ausdessen Mittelpunkte ein kleiner, steiler, konischer Hügelsich erhebt. Mit einem Worte, sie bieten den wahrenvulkanischen Charactcr in höchster Vol-lendung dar, wie man ihn im Crater des Vesuvs undaus einer Charte der vulkanischen Districte der Phleg-raischen Felder *) oder des Z« Domo sehen kann.Bei einigen der Hauptbcrgc kann man auch deutlicheSpuren vulkanischer Schichtcnbildung, aus succcssiveuAblagerungen ausgeworfene» Stoffes hervorgegangen,mit guten Fernrohren deutlich erkennen.*'') Was au-ßerdem in der Geologie des Mondes sich als äußerstmerkwürdig darstellt, ist der Umstand, daß obschon maunichts entdecken kau» , was den Charactcr des Meeresan sich trüge (denn die großen dunkeln Flecke, welcheman gewöhnlich Meere genannt hat, bieten bei genauerUntersuchung Erscheinungen dar, welche mit der An-nahme von tiefem Wasser nicht vertraglich sind), esdoch große, vollkommen ebene Districte giebt, die au-genscheinlich eine» entschiedenen alluvialen Charactcrbesitzen.
364) Der Mond hat keine Wolken, noch irgendandere Merkmale einer Atmosphäre. Wäre eine solchevorhanden, so müßte sie unfehlbar bei den Stcrnbede-cknngen und Sonnenfinsternissen bemerkt werden. DaSClima des MondeS muß deßhalb ganz außerordentlichscvn; ein ungemilderter und brennender Sonnenschein,von größerer Glurh als Mittags unter dem Aequator,volle k4 Tage dauernd, muß mit der heftigsten StrengedeS Frostes abwechseln, der, auf eben so lange Zeit,die Kälte unserer Polarwintcr bei weitem übertrifft.Eine solche Einrichtung der Dinge muß eine beständige
*) Siehe Brcislak's Charte der Umgegend von Neapel, undDesmarcst's Charte von Auvcrgne.
Nach meinen eigenen Beobachtungen. — Der Verfasser.