Erscheinungen bei Sonnenfinsternissen u»d Sternbedeckungeu. 253
der Mond ein dunkler Körper ist, der von einer wirk-lichen und scharf bezeichneten Oberfläche begrenzt ist,welche, gleich einem festen Körper, das Licht auffangt.Sic beweisen uns ferner, daß der Mond auch zu de»Zeitpunkten, wo wir ihn nicht sehen können, wirklicheristirt und seinen Lauf fortsetzt, und daß, wenn wiribn nur als eine schmale Sichel erblicken, der ganzekugelförmige Korper zugleich vorhanden ist und,vbschv» unsichtbar, dennoch den fehlenden Umriß aus-füllt. Denn die Sternbcdecknngcn finden ohne Unter-schied an dem dunkeln und an dem erleuchteten, andem sichtbaren und unsichtbaren Mondsrande statt, jenachdem der eine oder der andere sich in der Richtungbefindet, nach welcher sich der Mond bewegt, nur mitdem Unterschiede, daß ein von dem erleuchteten Randebedeckt werdender Stern, wenn die Erscheinung miteinem Fernrohre beobachtet wird, durch seine allmah-lige Annäherung an den sichtbaren Rand erkennenlaßt, w an n man sein Verschwinden zu erwarten habe,wahrend er, wenn er vom dunkeln Rande bedeckt wird,und der Mond wenigstens schon mehrere Tage im Zu-nehmen ist, gleichsam mitten in der Luft verlischt, ohnedaß man eine sichtbare Ursache seines VerschwindenSbemerkt, was, da es augenblicklich und ohne diegeringste vorläufige Verminderung seines Lichtes erfolgt,immer überraschend, und bei einem großen und glän-zenden Sterne fast erschreckend ist. Auch das Wieder-erschcinen des Sterns, nachdem der Mond vor dem-selben voriibergegangen ist, findet in den Fällen, wo dieerleuchtete Seite des Mondes voran ist, nicht an dercvncaven Grenze der Sichel, sondern an dem unsicht-baren Umrisse des vollständigen Kreises statt, und eSist rncksichtlich seiner Plötzlichkeit kaum weniger über-raschend , als das Verschwinden des Sternes in denentgegengesetzten Fallen. *)
*) Es gicbt eine optische Täuschung von ganz sonderbarer undunerklärlicher Art, welche man bei Sternbedeckunge» öfterbemerkt hat. Der Stern scheint nämlich wirklich auf dem