112 Astronomie. Cap. II-
gerichtet worden sind. Die so entstandenen beidenBilder erblickt mau im Gesichtsfelde zn gleicher Zeit,lind wenn man den Radius LL gehörig bewegt, sonahern sie sich einander, und gehen (wenn die beidenreflectircnden Glaser genau senkrecht auf der Ebene desKreises stehen) über einander weg, ohne sich gegensei-tig zu verwischen. Die Bewegung wird indessen ge-hemmt, sobald die Bilder über einander stehen, undin diesem Momente betragt der Winkel, welcher zwi-schen der Richtung LH' des einen Objcctcs und derRichtung st () deS anoeru liegt , doppelt so viel, alsder Winkel st Est, welcher von dem festen Radius L kZund dem beweglichen (! st eingeschlossen wird. Nunsind die Gradabtheilungen des Limbus absichtlich nurhalb so groß gemacht werden, als sie eigentlich sehnmüßten, wenn sie ganzen Graden entsprechen sollten,und liest man daher den Bogen st st so ab, als wenndie Gradabtheilungen ganze Grade bedeuteten, so hatmau in der That das Doppelte seines wahren Betra-ges, und deshalb drücken die abzulesenden Zahlen nichtden Winkel st L st, sondern das Doppelte desselben,nämlich den Winkel aus, welcher zwischen den beobach-teten Objcctcn liegt.
138) Die wirklichen Winkelabstande der Sternevon einander durch directe Beobachtungen zu bestim-men, ist verhaltnißmaßig von geringem Nutzen, aberin der nautischen Astronomie ist das Messe» ihrer Ab-srande vom Monde und dasjenige ihrer Hohen vonwesentlichem Belange; und da der Sextant keiner fe-sten Unterstützung bedarf, sondern in der Hand gehal-ten und aiL Schiffsbord gebraucht werden kann, soleuchtet damit die Nützlichkeit dieses Instrumentes anseinmal ein. Für Höhenmessungen auf der offenen Seegewahrt der Meereshorizont das einzige Hülfsinittel,indem mau daselbst weder von der Wasserwaage, nochvon dem Bleilothe, noch von dem künstlichen HorizonteGebrauch macheu kann; das durch Reflexion geseheneBild des beobachteten Sternes wird nämlich mir demMcereshorizonte, den mau durch directe Strahlen