C.ip, II.
Zcnithscctor und Theodolit.
109
mente der beiden Beobachtungen an einer Pendeluhroder einem Chronometer die Zeit, so wird der Zeit-punkt, welcher mitten zwischen innc liegt, der "Mo-ment scyn, in welchem der Stern durch den Meridiangieng, der sich also ans dieseWcise ohne cinMittags-fernrohr bestimmen läßt; und umgekehrt kann durchdieses Verfahren der Fehler einer Pendeluhr oder einesChronometers bestimmt werden. Für diesen letzternZweck braucht das Instrument gar nicht mit einemHorizontalkrcise versehen zu seyn. Jedes Mittel, durchwelches Höhen gemessen werden können, setzt uns inden Stand, die Momente zu bestimmen, in welchenderselbe Stern gleiche Höhen in der östlichen undwestlichen Hälfte seines taglichen Laufes erreicht; undsind diese einmal bekannt, so ist auch der Augenblickbekannt, in welchem der Stern cnlminirt, so wie derFehler der Pendeluhr.
154) Einer der Hauptzwecke, für welche der Azi-mutbal- und Höhenkrcis sich benutzen laßt, ist die Er-forschung des Betrages und der Gesetze der Strahlen-brechung. Denn verfolgt man mit diesem Instrumenteeinen Circnmpolarstern , welcher durch das Zenith geht,und einen andern, welcher den Horizont streift, durchihren ganzen Tagcslanf, so kann die scheinbareGestalt ihrer täglichen Bahnen, oder die Ovale, inwelche ihre Kreise sich durch die Wirkung der Strahlenbrechung verwandeln, genau auSgemittelt werden-und ihre Abweichung von Kreisen, welche in jedem;Momente, vermöge der Natur der Beobachtung, inder Richtung gegeben wird, in welcher dieStrahlenbrechung selbst stattfindet (d. h. inHöhe) wird so ein Gegenstand dircctcr Beobachtung.
155) Der Zcnithscctor und der Theodolitsind besondere Modificationen des Höhen- und Azimu-rhalinstrumcntes. Der ersterc ist eingerichtet für dieganz genaue Beobachtung der Sterne in, oder naheam Zenich, indem er eine sehr lange Vertikalare hat,und von. dem ganzen Vertikalkreise nur einen Umfang