<ZaP> II,
Horizv.itcilpunkt.
III
chcn, gezählt werden. Es ist einerlei, ob der wirk-liche Anfang der Gradeintheilung, nämlich v", dortsteht, oder nicht, weil die Boge» am Limbus desKreises mir durch die Differenz der Ablesungen be-stimmt werden; und dadurch erlangt man einen großenVortheil, indem man aufs Neue eine frische Reihevon Beobachtungen anstellen kann, bei welcher ein an-derer Thcil des Kreisumfangcs angewendet wird, undandere Gradcinthciluiigeu in Gebrauch kommen, wo-durch Ungleichheiten der Eintheilung entdeckt und auf-gehoben werden können. In der Praxis wird diesesdadurch bewerkstelligt, daß man das Fernrohr von sei-nen bisherigen Trägern am Kreise losmacht, und esaufs Neue an einem andern Thcile des UmfangcS be-festigt.
139) Ein Punkt am Limbus des Maucrkreiscs,nicht minder wichtig als der Polarpunkt, ist derH o r i z on t a l p u uk t, welcher, wenn er einmal be-kannt ist, ebenfalls ein Anfangs- oder Nullpunkt wird,von welchem ans die Höhen gezählt werden. DasPrineip seiner Bestimmung ist im Grunde sehr nahedasselbe, wie dasjenige der Bestimmung des Polar-punktcs. Da am Himmelshvrizvnte kein Stern vor-handen ist, wenigstens keiner daselbst würde genaubeobachtet werden können, so muß der Beobachter zweiPunkte am Limbus dcS Kreises zu bestimmen suchen,von denen der eine genau um eben so viel unter demHorizvntalpunkte, als der andere über demselben,liegt. Für diesen Zweck wird ein Stern während sei-ner Culmiuation in der einen Nacht beobachtet, indemmau das Fernrohr dircct auf denselben richtet, undsodann in der nächsten Nacht, indem man es auf dasBild desselben Sternes richtet, welches von dervbllig ruhigcu, unbewegten Oberfläche einer Flüssigkeitreflectirt wird. Man bedient sich dazu gewöhnlichdes Quecksilbers, das unter allen bekannten Flüssig-keiten diejenige ist, welche die Lichtstrahlen am stärk-sten reflectirt. Da die Oberfläche einer Flüssigkeit imZustande der Ruhe nothwcndig horizontal ist, und danach optischen Gesetzen der Reflexionswinkel dem Ein-