76
Astronomie.
Sap. Ii.
zu Hullen, und das tägliche Verschwinden irgend einesSternes hinter dem Gebäude an einer Uhr -") zu be-merken. Wenn er die Sonne beobachtet, muß er seinAuge mit einem dunkelfarbigen oder mit Ranch ange-laufenen Glase schützen, und die beiden Momente be-merken, wann ihr westlicher und östlicher Rand nacheinanoer an die Wand kommen, woraus er, indem erdie Halste der Zwischenzeit nimmt, den Moment desVerschwindcus des Sonncnmittelpunktcs erfahrt, dener nicht direct beobachten kann.
118) Wenn wir bei Verfolgung und Feststellungdieser allgemeinen Thatsache Veranlassung finden, nochgenauer die Zeit des täglichen Eintrittes der Sonnein den Meridian zu beobachten, so fangen wir an,Unregelmäßigkeiten (was sie zuerst zu seyn scheinen)dabei zu bemerken. Die Intervalle zwischen zwei aufeinander folgenden Eintritten in den Meridian sindnicht zu allen Zeiten des Jahres dieselben. Sie sindmanchmal großer, manchmal kleiner, als 24 solcherStunden, wie die Uhr sie zeigt, d. h. der Sonnen-tag hat nicht immer dieselbe Länge. Um die Zeit des21. Decembers ist er z. B. ^/z Minute länger undum eben die Zeit im September beinahe um so vielkürzer, als seine mittlere Dauer. Und so ha-ben wir wieder eine Verschiedenheit bemerkt zwischendem wirklichen Sonnentage, der sich nie zwei Tagenach einander gleich bleibt, und dem mittler»Sonnentage von 24 Stunden, der eine mittlere
H Dieses ist ein treffliches praktisches Verfahren, den Gangeiner Pendeluhr oder einer ander» Uhr auszuinittcl», weiles äußerst genau ist, sobald einige Vorsichtsmaßregeln dabeiangewendet werde». Die wichtigste davon besteht darin,darauf zu sehen, daß derjenige Thcil der Kante, hinterwelchem der Stern (und zwar ein glänzender, aber nichtein Planet) verschwindet) ganz glatt seh, weil sonst eineveränderte Strahlenbrechung den Punkt des VerschwindeuSvon einer Hervorragung in eine Vertiefung versehen, unddadurch de» Moment der Beobachtung ungebührlich ändernkönnte. Dem ist leicht vorgebaut, dadurch daß man einglatlkanriges Bret annagelt.