Druckschrift 
1 (1835)
Entstehung
Seite
57
Einzelbild herunterladen
 

Cap. I- Breite» und Längen, 57

bcn, nach dein Augenmaaße oder durch graphische Mes-sung die Breiten und Längen der vorkommende» Orteauszumitteln, ohne zum Globus oder zu Büchern seineZuflucht nehmen zu müssen; oder sie sind zu andernbesondern Zwecken bestimmt. Siehe Cap. 3.

90) Ein Globus oder eine allgemeine Charte desHimmels, wie auch Charten besonderer Theile, könnenebenfalls ausgeführt, und die Sterne nach ihren cigen-thümlichen relativen Lagen zu einander, so wie zu denHiinmelöpolen und dem Himmelsäquator, eingetragenwerden. Eine solche Darstellung gewährt, wenn sievollendet ist, eine richtige Erscheinung der Sterne, wiesie sich, der Reihe nach, jedem Beobachter auf derErdoberfläche darstellen, oder auch wie sie ein Beobach-ter im Mittelpunkte der Kugel auf einmal erblickenwürde. Sie ist deshalb unabhängig von allen g e o,graphischen Localitäten. In einer solchen Darstellungkommt weder Zenith, noch Nadir, noch Horizont, nochOst- noch Westpunkt vor; und obschon man auf dersel-ben größte Kreise von Pol zu Pol, den Erdmeridianenentsprechend, ziehen kann, so können sie doch, in die-ser Hinsicht, nicht mehr als die Himmelsmeridiane fe-ster Punkte auf der Erdoberfläche betrachtet werden, dawährend einer täglichen Umdrehung der Erde ein jedersolcher Punkt unter jedem von ihnen fortrückt. Wegendieser Veränderung der Vorstellung, und um einenvollkommenen Unterschied zwischen den beiden Zweigender Geographie und U r a n o g r ap h i efestzustel-len, haben die Astronomen andere Ausdrücke angenom-men (nämlich Abweichung oder Declination undgerade Aufsteigung oder N e c t a sc e n si on), umdiejenigen Bogen am Himmel zu bezeichnen, welche denBreiten und Längen auf der Erdkugel entsprechen.Aus diesem Grunde nennen sie den Aequator des Him-mels den Aequino c ti alkreis; was auf der Erdku-gel Meridiane sind, nennt man am Himmel Stun-

P /ch, die Erde; beschreiben; oüpavoe, der Him-

mel.