Astronomie.
Cap. l.
würde allerdings ausreichend seyn, nni die tagliche Um-drehung der Sterne dem Scheine nach zu erklären; aberdie Bewegungen der Sonne und des Mondes, so wieauch diejenigen der Planeten, vertragen sich nicht miteiner solchen Annahme, wie sich ergeben wird, wennwir näher von diesen Himmmelskörpern handeln. Daßdagegen eine sphärische Masse von mäßigen Dimensio-nen (oder vielmehr von verschwindender Große, wennman sie mit dem sie umgebenden und sichtbaren Uni-versum vergleicht), eine Masse, welche von keiner Fesselgehalten wird, und sich frei bewegen und umdrehenkann, dieses letztere auch wirklich thue, den allgemeinenGesetzen gemäß, welche, so viel wir wissen, die Be-wegungen aller materiellen Korper reguliren, — ist sowenig eine schwierige Voraussetzung, daß es vielmehrals ein Wunder betrachtet werden müßte, wenn sichdie Sache anders verhalten sollte. Wir wollen diesesdeshalb von nun an als einen Forderungssatz betrachten;und da in der Folge dieses Werkes ans dem, was wiran andern Himmelskörpern beobachten, sich Analogieenzur Unterstützung desselben darbieten, so werden wiralsdann nicht ermangeln, den Leser darauf aufmerksamzu inachen. Inzwischen wird es zweckmäßig seyn, eineMenge von Ausdrücken zu erklären, die in der Folgebeständig gebraucht werden.
77) Erste Erklärung. Die Axe der Erde istderjenige Durchmesser, um welchen sie sich mit einergleichförmigen Bewegung von Westen nach Ostenumdreht, indem sie eine ganze Umdrehung in demjeni-gen Zeiträume vollendet, welcher verfließt, bis einStern, von einem gewissen Punkte am Himmel ausge-hend, zu dem nämlichen Punkte zurückgekehrt ist.
78) Zweite Erklärung. Die Pole der Erdesind die Punkte, in denen die Erdare die Oberflächetrifft. Der Nordpol ist derjenige, welcher Europa amnächsten, und der Südpol derjenige, welcher von ihmam entferntesten ist.
79) Dritte Erklärung. Die Himmelskngeloder die Sternkugel ist eine imaginäre sphärischeOberfläche von unendlichem Radius, und ihr Mittel-