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Hülfstafeln und Beiträge zur neueren Hygrometrie
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Läfst sich daher das Psychrometer ebenso zur Anzeige derVcrdunstungskälle des Eises wie zur Anzeige der Verdunstungs-kälte des Wassers benutzen, so ist die Allgemeinheit derAnwendbarkeit desselben ohne Einschränkung, und das uqlg-tov i-isv vcScoo wird auch für den gefrornen Zustand gültig.

Lavoisier und Laplace fanden, dafs bis zu 60° R. erwärm-tes Wasser erforderlich sey, um ein gleiches Gewicht Eis zuschmelzen. Beim Uebergangc in die durch Anhängung undirgend eine Erschütterung begünstigte Bildung von Eiskri-stallen, mufs also das Wasser diese 60° latente Wärme abge-hen. Im ruhigen Zustande kann jedoch die Temperatur desWassers tief unter den Nullpunct gesunken seyn, ehe dassel-be in Eis übergeht, und da dieser Uebergang immer nur all-mählig erfolgt, in fliefsendem Wasser immer nur theilweiseStatt findet, so steht der Annahme nichts entgegen, dafs dievom gefrierenden Wasser frei werdende Wärme wieder vonanderm Wasser gebunden wird. Dafür spricht, dafs auchein Luftstrom eine Temperatur tief unter 0° angenommenhaben kann, ohne dafs eine von ihm berührte Was-ser-Oberfläche in Eis verwandelt würde: die Verwandlungdes Wasserdunstes in Schnee, Hagel, Graupeln sezt eine plöz-liche, sehr starke elcctrisch wirkende Erkältung voraus. Ausder Thatsache, dafs das Eis leichter ist, als Wasser, aus derWahrnehmung, dafs es bei jeder Temperatur an Gewichtverliert, folgt unwidersprechlich die stete Verdunstung des-selben, und endlich zeigt die Erfahrung, dafs Eis von 0°einer Temperatur von15° R. ausgesezt einen sichtbarenDunst von sich gab, ein analoges Verhalten tieferer gegenhöhere Kältegrade, wie tieferer gegen höhere Wärmegrade.Der Nullpunct unsres Thermometers, bei der Temperaturdes zergehendes Eises bestimmt, kann daher nur als einzweckmäfsig bestimmter fester Ausgangs-Punct, ohne absoluteBedeutung hinsichtlich etwaiger Abwesenheit aller Wärme-Capacität, angenommen werden.

Durch die Verdunstung wird Wärme gebunden, daher mufsauch ein mit Eis umgebenes Thermometer diese Wärme ab-gehen, und in der Erniedrigung seines Standes anzeigen.Steigt die Luft-Temperatur, so ist ihre Wirkung auf das Eisvollkommen der Wirkung zunehmender Wärmegrade auf dasflüssige Wasser analog: die Temperatur des mit Eis umgebe-nen Thermometers wird nicht gleichmäfsig steigen, weil dieVerdunstung einen Theil der hinzugekommenen sensiblenWärme absorbirt.

Das Resultat, worauf Dalton gekommen ist, kann als derSchlufsstein dieser Theorie angesehen werden: dafs nämlich

die Verdunstung des Eises das nämliche Gesetz befolge, wie