8
men, weil sic nur für dieses individuelle Fisclibein-Hygromc-ter, in seinem dermaligen Zustande brauchbare Resultate ge-währen könnten.
So weit aber auch das Danielt sehe und das KörneBscheHygrometer in ihrer wissenschaftlichen Begründung über demHaar- und dem Fischbein-IIygrometer stehen, deren Aende-rungs-Gesetze in Bezug auf die Anziehung ihrer so veränder-lichen und individuell ungleichen organischen Körper zumWasser, mit Gewifsheit nicht bekannt sind, und bei letztermnicht anders, als gänzlich unbekannt seyn können, und ob-gleich jene in Betreif der Evidenz der Grundsätze, woraufsie beruhen, von allen bekannten Hygrometern obenan stehen,so ist jedoch auch ihre Anwendung mancher Unbequemlich-keit unterworfen. Die Schwierigkeit, den rechten Zeitpunctder Thaubildung wahrzunehmen, ist bei ungewöhnlich feuch-ter, und bei ungewöhnlich trockner Luft am gröfsten; weilalsdann der Thaupunct nur wenig oder sehr tief unter derbestehenden Lul't-Temperatur ist, das Sinken des Thermo-meters in der durch guten Schwefel-Aether erkälteten Kugelaber so schnell erfolgt, dafs die eigentliche Thaubildung selbstauf der polirtesten Goldfläche nicht mit Sicherheit wahrge-nommen werden kann. Baumgartner empfiehlt deshalb stetswenigstens zwei Aether-Sorten zur Hand zu haben, und wennman nicht, was hei etwas feuchter Luft immerhin schwierigsey, vornhinein wisse, dafs der Bethauungs-Punct tief unterder herrschenden Luft-Temperatur sey T , zuerst die schwächerezu gebrauchen, weil bei Anwendung zu starken Aethers dasQuecksilber stärker als die Luft abgekühlt wird, wodurchdasselbe tiefer unter den Bethauungs-Punct sinkt, als derBeobachtungs-Fehler betragen darf. Bei grofser Trockenheitaber bringt schwacher Aether die zur Beschlag-Bildung nö-thige Erkältung nicht hervor, und jedenfalls ist es rathsam,wenn man den ersten Augenblick der Bildung des feinstenBeschlages übersehen hat, von der stark beschlagenen Kugelden Tliau vorsichtig mit einem feinen Tuche wegzuwischen,und zuzusehen, oh er sich sogleich wieder bildet. Auch dannnoch ist die Temperatur unter dem Thaupunct, und mankann erst dann dieselbe als dem Thaupunct entsprechendansehen, wenn der Beschlag nach dem Wegwischen langsam ®
wieder entsteht.
Bei regelmäfsigcr Beobachtung kömmt nun aber aufser dererforderlichen Menge der theuern Naphtha, der nicht geringeZeitaufwand in Betracht, den diese Instrumente, besondersfür weniger geübte Beobachter, unvermeidlich in Anspruchnehmen.