Druckschrift 
10,1 (1841) W - Wae
Entstehung
Seite
1156
Einzelbild herunterladen
 

1156

Wärme.

Wesen nach bestätigt. Der Topas bot anfangs sehr von ein-ander abweichende Resultate dar, nach fortgesetzter genauerPrüfung aber wird der brasilianische Topas ohne allen Einflufsder Reibung oder Berührung durch Wärmeänderung elektrisch,und zwar bestimmt polarisch, jedoch mit der Anomalie, dafsdie negative Elektricität in der Axe und den hiermit parallelenLinien statt findet, die entgegengesetzte positive aber ihre Rich-tung senkrecht auf die Axe und ihren Sitz überall an der perimetrischen Oberfläche aller Seitenflächen hat. Dieses Verhal-ten läfst sich, so wie die Elektricität des Boracits , am bestenprüfen, wenn man einem leinen Bohnenbergerschen Elektro-meter einen sehr kleinen Teller giebt, den Krystall darauf legt,und eine der Flächen oder Ecken, die der aufliegenden gegen-über stehn, ableitend berührt, wodurch dieser ihre Elektricitätentzogen, die ihr gegenüberstehende aber frei und durch dasElektrometer mefsbar wird. In den sogleich folgenden Unter-suchungen werden übrigens die beim Topase wahrgenommenenAbweichungen anders erklärt.

574) Vorzugsweise auf die Bestimmung sowohl derjenigensämmtlichen Ivrystalle, welche durch Temperaturveränderungenelektrisch werden, als auch der Eigenthümlichkeiten ihres Ver-haltens, welche sich in dieser Hinsicht zeigen, bezieht sicheine ausführliche Abhandlung von W- Hankel 1 , deren we-sentlicher Inhalt hier mituetheilt zu werden verdient. ZumMessen der erzeugten Elektricität diente ein BohnenbergerschesElektrometer, dessen beide Säulen auf zwei Kupferblechen ruh-ten , die mittelst dünner, durch das Glasgefäfs hindurchgehen-der, mit Knöpfchen versehener Stängelchen übereinander ver-schiebbar waren, um die Säulen einander der schwächerenSpannung angemessen mehr zu nähern. An den Stift des Elek-trometers, von welchem das Goldblatt herabhängt, wurde einfeiner, von einer umsponnenen Guitarrensaite genommener, ge-wundener Draht befestigt und dessen anderes Ende nach ge-höriger Isolirung entweder mit dem Krystalle in Berührunggebracht, oder meistens mit einem kleinen messingnen Tisch-chen verbunden, auf welchem der Krystall und zugleich die

1 Dissert. de Thermoelectricitate crystallorum. Hai. 1839. Pog-gendorfPs Ana. XLIX. 493. Quaestionis de thermoelectricitate cry-stallorum P. altera. Ilal. 1840. PoggendorfPs Anu. L. 237. 471. 605.