Krämerwaage. 17
über einen Zoll, an den Enden nur einen halben Zoll beträgt.Es unterliegt keinem Zweifel, dafs ein solcher Balken sichaufserordentlich genau und an beiden Armen völlig gleich dar—stellen läfst, weswegen auch Jahn 1 und Fortin 2 3 diese ge-wählt haben. Inzwischen macht Stüdeii 3 darauf aufmerksam,dafs solche Stahlstangen leicht magnetisch werden und nachArt der Inclinationsnacleln eine Neigung annehmen könnten.Die Thatsache, dafs die stählernen Waagebalken bleibendmagnetisch werden und sei bst die eisernen einer Einwirkungdes tcllurischen Magnetismus unterliegen, ist wohl nicht zubezweifeln, ob dieses aber einen Einflufs auf die feinsten Ge—Wichtsbestimmungen haben könne, müfste erst durch die Er-fahrung ausgemittelt werden. Auf jeden Fall ist die ablenkendeKraft sehr gering und es müfsten sich mehrere Bedingungenvereinigen, wenn ein Einflufs merkbar werden sollte. Weichesoder reines Eisen ist bekanntlich nie bleibend magnetisch undnimmt blofs im magnetischen Meridiane durch den tellurischenMagnetismus eine schwache Polarität an, die jedoch zur Erzeu-gung einer Inclination wohl zu schwach seyn möchte, aufser—dem aber nehmen die Künstler solches Eisen nicht zu Waage-balken. Es kann daher nur von bleibendem Magnetismus 'dieRede seyn, welcher jedoch im weichen Stahle gleichfalls sehrschwach ist, aufserdem aber müfste der Nordpol des magneti-schen ■ Waagebalkens nach Norden oder lothrecht auf denmagnetischen Meridian, also nicht nach Süden, . gerichtet seyn,wenn seine Polarität auf die Wägungen einen Einflufs habensollte. Da hierüber beim Gebrauche so vieler Waagen keineErfahrungen bemerkter Unrichtigkeiten bekannt geworden sind,so scheint der Einflufs verschwindend zu seyn. Ritciiie 4schlägt vor, um feine Waagen für einen sehr geringen Preiszu erhalten, Waagebalken aus hölzernen, nach den Enden et-was verjüngten, Stäben zu verfertigen, diese in der Mitte durcheine Federmesserklinse auf unterseleirten Glasröhren zu unter—stützen, auf gleiche Weise solche Federmesserklingen an denEnden zum Tragen der Waagschalen anzubringen, und um dieaus der Construction solcher Apparate entspringenden Unrich—
1 Bebzelius Chemie.
2 Biot Traitd de Physique. T. I. p. 9.
3 O. XIII. 122. '
4 Edinburgh Journ, of Science. N. IX. p, 118.
X. Bd.
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