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Verderblich ist das allzulange Schlafen —
Kommt Keiner, der Euch, Ruhmerstickte, weckt?Kommt Keiner, der aus Eurem sinngefaulteuDeutschmicheltume Euch mit Hussah schreckt?!
Fühlt Ihr die Luft nicht, die so anders wehet,Als sie au Eurer Wiege einst geweht?
Den Odem einer neuen Zeit, die kommet?Der alten Zeit Gernch, die untergeht? !
Ihr nicht! — Doch Einer spürte aus der WeitenDen Windhauch: — Ja, es kommen andre Zeiten!
Das paßt Euch nicht, daß dieser Eine, was erDer Vorpost neuer Zeit hat abgelauscht,
Euch offen hinwirft, wahr, und nicht dagegenEin bischen Eures alten Krimskrams tauscht?Die nackte Wahrheit ist ja freilich bitter,
Wenn man nnr zuckersüße Lüg' gewohnt.
Warum singt er nicht Schäferlieder trantsüß,Die wahrlich besser würden ihm gelohnt?Die Wahrheit ist mitunter größte Sünde —Wer ist's, der sie zu sagen sich erkühnte?
Wer ist es, der mit bitterbösem Munde,
Mit herber Witzelei und scharfem SpottAuf Euer Faultum schimpft, auf das Besteh'ude,Dem heilig nichts, nicht einmal Euer Gott?
Wer ist es, der mit trauten HerzenstöuenDie Menschenscele trifft in deutschem Lied —
Und so die breite Masse argvoll ködert,
Weil sein Gesang die Länder rasch durchzieht?Freidenker ist er, und das dünkt Euch Schande?Gedankenfreiheit aber gilt bei uns zu Lande!
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