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Heine-Almanach als Protest gegen die Düsseldorfer Denkmalverweigerung
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195
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INS

Schon dreißig .Jahr' liegst du in feuchter Erde,Und es genügten nicht die dreißig Jahr',Daß lügnerisch genannt die Lüge werdeUnd daß die Wahrheit thron' auf dein Altar!

Schon dreißig Jahr' dahin der Rose SchimmerSchon dreißig Lenze blüht' und welkt' . . . alleinDer alte Nibelungenschatz ruht immerNoch unbekannt in goldnem Sand im Rhein! . .

Vom Schrei der Freiheit, welchen bei dem FalleDer morschen Götter einst stieß aus dein Mund;Vom Totenpsalm, mit dem zur LeichenhalleDu jene Welr triebst, die verfault jetzund:

Vom Brudersang, den bei des Morgens HelleDer jungen Menschheit weihte dein Gedicht;

Vom Lied der Liebe, von dem reichen DuelleDer Poesie, ganz Schönheit, Wahrheit, Lichr

Verstanden sie kein Wort. Vielleicht nicht ferneDen Heut'gen ist der Lieder Sinn gestellt.

Sing' wieder jetzt! Der Himmel ist voll Sterne,Der Wald voll Vögel, schelmenreich die Welt.

Es schwieg die Nachtigall, im TvdtenkleideLachte der Dichter, doch er sprach kein Wort.Ein Schluchzen war's, das Lachen schien im Leide,Oder ein Lachen wie der Klag' Akkord.

Johannes Fastenrath.

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