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Heine-Almanach als Protest gegen die Düsseldorfer Denkmalverweigerung
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geworden, hat die Erlanbniß zurückgezogen u»d dem DenkmalEomite mitgetheilt, daß van einem Heine-Denkmal in Düsseldorfüberhaupt abzusehen sei."

„Aber, um seine» eigenen Beschluß umzustoßen, muß dasEollegium doch eine Motivirung gebracht haben?"

„Hat es auch. Und die beste, die sich denken läßt. DieSache erschien den Stadtverordneten als nicht angezeigt, weil nebenjenem Platz inzwischen bereits ein Kriegerdenkmal aufgestellt wordenist. Von einer ganzen Figur oder auch nur Büste Heine's hattedas Comitö zwar schon vorher Abstand genommen. Es wollte nurdie Lorelei, als Brunnen gedacht, ausführen lassen und am Sockeldas Profil Hcine'S in einem Medaillon, Aber auch schon das er-schien unserem Stadlrat mit Recht skandalös."

Das war allerdings nicht angezeigt", erwiderte lächelnd deralso Belehrte, „aus vielen Gründen. Was hätte man z. B. ant-worten wollen, wenn durchreisende Fremde auf den Gedanken ge-kommen wären, zu fragen, wie viel Deutschland jährlich für seineKrieger und wie viel es für seine Dichter ausgibt? Ja, ja,äußerst unthnnlich. Außerdem hätte in gespenstiger Mondnacht einmarmorner Unteroffizier vom Fries des Kriegerdenkmals die Loreleides Heine-Monuments zu seinein Schatz erkiesen können, und wenner sie Sonntags zum Tanz hätte führen wollen — in ihrer sünd-haft leichten Umhüllung — welch' einen Skandal hätte das gegebenin der tugendhaften Stadt!"

„Mein Herr, ich verstehe nicht mehr ganz" — sagte der Pastor,dem es unheimlich wurde. „sich will mal nach dem Schließersch'n —"

Aber sein Interpellant hielt ihn an einem Knopf fest.

„Hilft Ihnen doch nichts. Vertreiben Sie sich lieber dieFeit, indem Sie mir eine Frage beantworten: was halten Siefür den völkerpspchologtschcn Grund der Denkmäler-Sitte?"

„Nun, da kann man doch wieder Rede steh'». (Nur ruhig,Emerenzia, Verrückte darf man nicht reizen!) Woraus sich dieserGebrauch erklärt? Aus dem Drang der Nationen, ihren gütigenSchöpfer in seinen erleuchtetsten Geschöpfen zu ehren."

„Hm! Es steckt ein Salzkorn Wahrheit in ihrer Behauptung.