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I^b jemand im Kampf des Tages für oder gegen denAntisemitismus auftritt, das ist eine Sache persönlicher Ueberzeugung,die, wofern die angewandten Mittel reine und anständige bleiben,als solche ihre volle Berechtigung hat. Wer aber auf dem Gebieteder Aesthetik mit einem Schlagworte dieser Art seine ästhetischeUnwissenheit zu verdecken sucht und eine Dichter-Individualitätmessen will mit dem Maßstabe irgend einer politischen oder sozialenTagesdebatte, der verdient, als ein frecher Eindringlingunnachsichtig hinausgeworfen zu werden.
Friedrichshagen, 25. Februar 1893. Wilhelm Bölschc.
Herrn ^töcker
in Angelegsnlicit des Düsseldorfer Lseinedenkmals.
Du frommer Mann, darfst du's zu einen wagenDer milden Lehre, deren Knecht du bist,
Daß keiner selbst in düstern SarkophagenVor deiner Lästerzunge sicher ist?
Nicht kleinen Geistern hast du Kampf geboten,
Nein kccklich warfst du deine» Handschuh hinVor einen von Alldeutschlands größten Todten,Wär' er nicht wehrlos, käm dir's kaum zu Sinu.
Doch, ob sein Mund auch längst im Tod geschlossen,So ist doch seines Geistes reicher StromDurchs ganze weite Vaterland ergossen,Vom deutschen Meere bis zum deutschen Dom.
Und weit erklingt sein Wort noch durch die Lande,In jedes Herz noch seines Liedes Ton,
Mag immer gegen ihn die hirnverbrannteBornirtheit aller Dunkelmänner droh'n.