O Meister deutscher, Meister klarer Strophe,
Was willst Du noch in jenes Sumpfes Luft?
Das Reich verstößt Dich, das dem Heuchel huldigt!Der edlen Fürstin folge, die dort ruft,
Um Dich, deu roh verhetzte Knechte höhnen,
Im Land der Musen, wie sich ziemt, zu krönen!
Austria's Fürstin, Wittelsbacher Tochter,
Hör' unfern Dank in Huld auf Deinem Thron!In Deutschlands Namen bring' ich Dir, o Hohe,
Wahrhafte Achtung sonder Schmeichelton.
Du bist die letzte in der Ahnen Saale —
Die Erste in der Welt der Ideale!
Germania, Du jugendstolze Mutter,
Zum Werk geschürzt, zum Schirm getreu bewehrt:
Die Knaben führe auf den Weg zurücke
Und lehre sie, daß Friede nur ernährt:
Und lehre sie, zu suchen treu das Rechte,
Zur Ehre Gott, zum Heile dem Geschlechte!
Duisburg. Ed. Müller (Nordhausen).
Fern im Süden auf der fremden Erde einer griechischenInsel hat eine hochherzige Fürstin dem unsterblichen Dichter desBuches der Lieder ein Denkmal errichtet: da wo die Orangen undOliven reifen, aber Deutsche keine Lieder singen — und in seinerHeimat am Rhein lehnten die Väter der Stadt es ab, für einMonument auch nur ein paar Quadratmeter Land herzugeben!Verkehrte Welt!
W. Preyer.