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Heine-Almanach als Protest gegen die Düsseldorfer Denkmalverweigerung
Entstehung
Seite
68
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Wenn man das Leben und Schaffen Heine's aufmerksamprüfend verfolgt, wie ich es seit einem Vierteljahrhundert unaus-gesetzt thue, so drängt sich dem unbefangenen Beobachter doch diedurch keine Einwürfe zu erschütternde Ueberzeugung mit zwingenderGewalt auf, daß das Geheimniß dieses Dichterlebens sicher vorAllem in der flammenden Begeisterung, in der Sehnsucht nach derWahrheit liege, die trotz alledem unter einer frivolen Maskeverborgen lebte, daß ferner die Kontraste, die uns Liebe undAbscheu zugleich einflößen, die Dissonanzen, die uns abstoßen unddoch wieder anziehen, in dem innersten Wesen seines dichterischenNaturells tief begründet seien, wie man ja auch stets das Dämonischeals eine dem Genius verschwistcrtc Macht anzusehen sich gewöhnthat. lind auf diesem Wege gelangt man zu der Erkenntnis letztemSchluß, den schon einsichtige Zeitgenossen des Dichters gezogenhaben und zu dem sich auch sicher einmal das ganze deutsche Volkbekennen wird, daß alle Phasen dieses Dichterlebens und alle seineSchöpfungen nur einzelne, oder zusammenhängende Teile sind einesgroßen Natur- und Volksgedichts, dessen Uebergänge oft eben soschroff als kunstreich, ebenso kühn als wohlgefällig, eben so tragisch-ernst als burlesk-komisch erscheinen. Aber gerade darum wirddies Gedicht auch mir der deutschen Poesie zugleich ewig fortleben.

Berlin, 10. März 1893. Gustav Karpeles.

I.^nd hätte Heinrich Heine von a en seinen Dichtungen nichtsweiter gesckiaffen, als die drei köstlichen Lieder:Du bist wie eineBlume w.",Leise zieht durch mein Gemüth zc." undIch weißnicht, was soll es bedeuten w., der geniale Dichter hätte sichschon hierdurch für alle Zeiten selbst ein edles Denkmal gesetzt,wie es keinem seiner leidenschaftlichen und geistlosen Gegner jemalszu Theil werden wird!

Weimar. Robert Keil.