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Heine-Almanach als Protest gegen die Düsseldorfer Denkmalverweigerung
Entstehung
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seines größtes Werk scheint mir, daß er nach seinem Todekeines fremden Verteidigers bedarf. Seine lautesten Bewunderer,seine eifrigsten Erklärer können ihm nicht schaden; denn allenPfeilen, die seine Hasser und Neider nach seiner Leiche abschießen,hat er schon selbst bei seinen Lebzeiten die Spitzen abgebrochen.

Berlin. Conrad Alberti.

stle bedeutender ein Mensch ist, um desto bestimmtereGefühle wird er in der Brust seiner Nebenmenschen erwecken.

Entweder man liebt und bewundert, oder haßt und fürchtetihn. Besonders tritt diese Wahrheit bei nnserm Heinrich Heine indie Erscheinung. Heine war und ist wohl einer der geliebtestenDichter und einer der bestgehaßtesten Menschen unseres Jahrhundertsgeworden.

Wer ihn kennt, und fähig ist, seine Jndividualirät zu be-greifen, der muß für oder wider ilm Partei ergreifen; gleichgiltigkann er Denen, welche überhaupt ein Recht haben, über ihn undseine Dichtungen ein Urteil zu fällen, nicht bleiben.

Junge feurige Herzen müssen sich für den Sänger der Liebebegeistern; sein Einfluß macht sich stets da fühlbar, wo man ihnrichtig erkannt und tiefer eingedrungen ist in sein Wesen. Istman ein richtiger Schatzgräber, dann findet man in seinen Werkenechtes, lauteres Gold; die wenigen Schlacken vermögen ihnen denvollen Wert nicht zu rauben.

Wer Heines dichterische Bedeutung längnen will, wer dasGif t des Hasses gegen ihn ausspritzt, handelt entweder ans klein-lichen Rücksichten, oder der Sinn für echte Poesie ist ihnen in demZeitenstrome, der so viel Schönes und Gutes mit sich fortgerissenhat, verloren gegangen.

Berlin, Februar 1893.

Ottilie Back.