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Lichte, mit einem eigenen Zerstreuungskreise der Lichtstrahlen, umgebensind, wodurch sie uns desto größer erscheinen, je Heller sie beleuchtetsind. In guten Fernröhren fällt dieses falsche Licht ganz weg, daherwir durch dieselben die Gestirne unter viel kleinerem Durchmesser sehen,als mit freien Augen, worüber man die mit diesen optischen Täuschun-gen unbekannten Gäste auf den Sternmarten sich oft genug verwundernhört, da sie so gewiß erwarten, die Gestirne durch das Fernrohr vielgrößer, als mit freien Augen, zu sehen. Nach Jurin's Versuchen siehtein sonst gesundes Auge den Durchmesser Jupiters nahe siebenmal, undden der Venus zwölfmal größer, als sie ohne diese Irradiation derLichtstrahlen in unserem Auge erscheinen würden. Die Fixsterne derersten Größe sehen wir mit freiem Auge unter einem Durchmesser vondrei bis vier Minuten, während sie in ganz fehlerfreien Telescopen nochnicht eine einzige Secunde betragen. Und doch wird Niemand, dernur mit einiger Aufmerksamkeit durch ein Telescop gesehen hat, be-haupten wollen, daß dadurch die Gegenstände nicht größer und zugleichviel schärfer gesehen werden, da er nahe Sterne, die für das freie Augenur einen matten Lichtpunkt gaben, durch das Fernrohr doppelt unddurch große Zwischenräume getrennt sieht, und neben ihnen noch eineMenge anderer Sterne erblickt, die er früher gar nicht bemerken konnte.
Aus derselben Ursache scheint uns auch die beleuchtete Sichel desMondes einer viel größeren Kugel anzugehören, als die von ihr einge-schlossene dunkle, die man bald nach dem Neumond noch zu sehen pflegt(§. iss), so wie auch bei den Finsternissen der Sonne und des Mondesder noch übrige helle Theil immer viel größer erscheint, als er durch un-mittelbare Messung gefunden wird.
Mit der erwähnten scheinbaren größeren Entfernung der Gestirneam Horizonte steht auch die Gestalt des ganzen Himmelsgewölbes, wiesich dasselbe unserem Auge darstellt, in unmittelbarer Verbindung. DerHimmel erscheint uns nämlich nicht als eine Halbkugel, sondern als einin seinen höheren Theilen sehr gedrücktes Gewölbe. Wenn wir z. B.den Mond genau in der Mitte zwischen Horizont und Zenith, also inder Höhe von 4S° zu scheu glauben, und wenn wir dann diese Höhemit irgend einem Instrumente wirklich messen, so finden wir, daß diewahre Höhe des Mondes nur 23°, also nur die Hälfte von derjenigenist, die wir zuvor bloß nach dem Augenmaße geschätzt haben. Darausfolgt, wie man durch Rechnung zeigen kann, daß uns die Höhe desHimmelsgewölbes nur als der ^te Theil der Weite desselben erscheint.Ist also (Fig. 11) die Erde, und stellt der mit ihr concentrische
Kreisbogen einen Theil des Himmelsgewölbes vor, dessen höchsterPunkt ZI ist und dessen Basis von dem Horizonte des Beobachtersin begränzt wird, so wird diesem Beobachter, wenn ihm die horizon-tale Distanz ^1,, von ihm bis zu dem Himmel, z. B. gleich 10 Meilenerscheint, die vertikale Entfernung ^11 nur 3 Meilen zu betragenscheinen.