320
Pendel.
feine Beobachtungen mit so groben Apparaten allerdings überra-schend sind.
Beide Versuche ergeben , dafs die Pendellängen sich um-gekehrt verhalten wie die Quadrate der Schwingungsmengen,und eben dieses läfst sich auf folgende Weise zeigen. Nach
der letzten Formel ist 1 : 1' = t 2 : t' 2 ; da aber oben t = —
N
T'
und t' — gefunden ist, so wird durch Substitution dieser
T ~ T*
Werthe 1 : 1' = ^ : ^y~ 2 und sonach für T = T'
1 : 1' = N' 2 : N 2 . Dieses Mittels bedient man sich 1 , um dieLängen des einfachen Secundenpendels an den verschiedenenOrten der Erde durch die genaue Zählung der Schwingungenzu finden, da es zu mühsam seyn würde , ein Pendel so herzu-stellen, dafs es genau 86400 Schwingungen in einem Tage, seyes Sternenzeit oder mittlere Sonnenzeit, vollendet. Wäre näm-lich die Länge des zur Beobachtung gegebenen Pendels =1,die des einfachen Secundenpendels — 1', so ist allgemein
l.N 2
1' = ■ , 2 ') worin N = 86400 für ein Secundenpendel be-
tragen würde. Weil aber N und N' wenig von einander ver-schieden sind, so findet Biot es bequemer, N = N* + n zu
setzen, wodurch dann 1' = I + ^ 7 - + wird, so dafs die
beiden letzten Glieder den Unterschied zwischen F und 1 ange-ben. Wäre n so klein, dafs das letzte Glied füglich vernach-lässigt werden könnte und der Unterschied durch das zweite al-lein mithinlänglicher Genauigkeit erhalten würde, so entständehieraus allerdings eine Erleichterung des Calcüls, die mir jedochzu unbedeutend scheint, um von der Anwendung der eigentli-chen Formel abzugehn.
1
D. Beobachtung und Zählung der Pen-delschwingungen.
Wenn das Pendel blofs dazu dient, den Gang einer Uhr zu
1 Traite e’lementaire d’astronomie physique, par J. B. B 101 .III. Tom. Par. 1811. T. M. Addit. p. 149.