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Pendel.
d) Unter die in den neuesten Zeiten am häufigsten zu denfeinsten Messungen gebrauchten Pendel gehört das durch Caet.Kater erfundene und nach ihm benannte Kater’sche JReper-sionspendel, sonst auch unveränderliches Pendel genannt, weilman beim Gebrauche desselben an verschiedenen Orten der Erdedie Länge desselben unverändert läfst und die absolute Längedes einfachen Secundenpendels für die gegebenen Orte aus dergenau beobachteten Zahl der Schwingungen berechnet. Dienachfolgenden Untersuchungen werden nämlich zeigen, dafs dieReduction des physischen Pendels auf das einfache oder mathe-matische und somit also die Bestimmung der absoluten Laimedes letzteren aus dem ersteren nicht blofs höchst schwierig, son-dern mit der hierfür erforderlichen Schärfe fast unmöglich ist.Als daher Caet. Kater 1 2 von der Ivün. Societät in London denAuftrag erhielt, diese genannte Bestimmung mit gröfster Schärfeaufzusuchen, weil man das englische Fundamentalmafs auf dieseGröfse zu gründen beabsichtigte, so erfand er nicht nur diesesReversionspendel, sondern führte es auch sofort in einem hohenGrade der Vollkommenheit aus und bewährte die Brauchbar-keit desselben durch eine bedeutende Reihe sehr genauer Beob-achtungen, so dafs es also mit Recht nach ihm genannt zu wer-den verdient, obgleich v. Bohnenrerger 2 schon früher auf denGebrauch desselben aufmerksam gemacht hat.
1 Phil. Trans. 1818. p. SS ff.
2 Astronomie von J. G. F. Bohnenbercer. Tüb. 1811. S. 448.Bohnenberger tlieilt au dieser Stelle nicht Idols die Theorie diesesPendels mit, die er einfach aus den durch Huygiiens (Hugeuii horol.oscill. P. IV. prop. XX) aufgestellten Hauptsätzen ableitet, sonderngiebt auch die Construction und den Gebrauch eines solchen Pendelsvollständig an, so dafs er hiernach der Erfinder desselben genanntwerden könnte. Es ist indels völlig erwiesen, dafs Kater bei seinergänzlichen Unkunde der deutschen Sprache hiervon durchaus nichtswufste und also aufs Neue der eigentliche Erfinder zu nennen ist,um so mehr, als die unmittelbare praktische Anwendung desselbenihm hierauf ein Recht giebt. Dafs Prony keine Ansprüche auf dieEhre dieser Erfindung habe, hat Kater selbst Phil. Trans. 1818, p.35 nachgewiesen. Vergl. Bohnenberger in: Naturwissenschaftliche Ab-handlungen. Tüb. 1826. S. 12. Baily in Phil. Mag. and Ann. ofrhii. T. V. p. 97, wo die durch Prony in Legons de mäcanique aua-lytique T. IE p. 304 angegebene Construction eines Pendels mit 3Messerschneiden näher erläutert wird. Pasquich in Mon. Cor. XII. 137.