lieh Bäume, Bergspitzen u. s. w. spiegeln. Die Entstehungauch dieser läfst sich leicht auf die bisher angegebenen Ursachenzurückführen. Vorzugsweise aber sind die Spitzen etwas höhe-rer Berge häufig in Nebel gehüllt, welche von unten gesehenden Wolken völlig gleichen, den in ihnen befindlichen Beob-achtern aber durch ihre Undurchsichtigkeit die Aussicht in dieEbene herab rauben. Weil auf Bergen selten völlige Wind-stille herrscht, so sind die Nebel daselbst in den wenigsten Fäl-len so ruhig und bleibend, als in den Ebenen oder den Thälern,vielmehr werden sie öfter durch den Luftzug wegbewegt undbald nachher neu erzeugt: ist aber ihre Bewegung anhaltend,so gehören sie den Wolken an, die sich überhaupt durch keinescharfe Bestimmung von ihnen unterscheiden lassen.
Ehemals unterschied man aufsteigende und niedersinkendeNebel, weil man annahm, die sie bildenden Dünste kämen ent-weder von der Erde, oder aus der Atmosphäre 1 . Nach der ge-gebenen Darstellung werden jedoch alle Nebel in der atmosphä-rischen Luft aus dem in ihr enthaltenen Wasserdampfe gebildet,welcher jederzeit aus der Oberfläche der Erde aufgestiegen seynmufs, wenn gleich nicht an dem nämlichen Orte, wo er in dieDunstform übergeht. Inzwischen nimmt man noch jetzt allge-mein in Folge zahlreicher Beobachtungen an, dafs der bereitsgebildete Nebel entweder fällt oder steigt, womit dann die wohl-begründete Witterungsregel verbunden wird, dafs der aufstei-gende Nebel Regen, der niedersinkende aber heiteres Wetterverkündigt. Auch dieses Verhalten läfst sich mit den allgemei-nen Gesetzen der Nebelbildung sehr gut in Uebereinstimmungbringen. Es ist nämlich bereits bemerkt, dafs Nebel nur ineiner mit Wasserdampf gesättigten Luft entstehen können. Be-kanntlich aber nimmt die Dichtigkeit der Dämpfe mit der Tem-peraturerhöhung zu, und wenn also die Luftschicht, worin derNebel schwebt, wärmer wird, so mufs ein Theil desselben ausder Dunstform in die Dampfgestalt übergehen und umgekehrt,woraus schon von selbst folgt, dafs die Dichtigkeit der Nebeleinem Wechsel unterworfen seyn kann. Wirklich beobachtetman auch häufig, namentlich bei den ruhenden Nebelmassenüber Flüssen und feuchten Wiesen, dafs sie abwechselnd dün-ner und dichter werden, zuweilen gänzlich verschwinden, zu
1 Encyclop. method. T. I. p. 223.