1507
Geschichte der Dyuauiik.
ständigen. Newtosi ergriff die von Huygens aufgestelltenSätze, und führte sie, vorzüglich durch Hülfe des neuen In-finitesimal - Calcüls, weiter aus, und seine Principia philos.mathematica, die zuerst im J. 16S7 erschienen, zeigten dieneue Wissenschaft schon auf einer Stufe der Vollendung, dieseinen Nachfolgern, wenigstens in Beziehung auf den Inhaltund auf die darin angeregten Probleme nur wenig mehr hin-zuzufügen übrig liefs ; da sich der gröfste Theil von dem,was noch zu wünschen war, mehr auf die Form der Behand-lung und auf die Ueberwindung der Schwierigkeiten bezog,welche die mit diesem Probleme verbundene mathematischeAnalyse darbot.
Schon Galilei hatte, durch die Oscillationen einer an ei-ner langen Schnur hängenden Kirchenlampe aufmerksam ge-macht, die Eigenschaft der Pendelbewegung zu einem Gegen-stände seiner besondern Untersuchung gemacht und gefunden,dafs die Länge des Pendels dem Quadrate der Anzahl seinerSchwingungen oder, was dasselbe ist, dem Quadrate der Zeitproportional sey, und er schlug daher dieses Instrument zueiner genauen Messung der Zeit selbst vor. Toriucelli hattedie Ideen seiner Lehrers, Galilei, in seiner Schrift: Demo-tu Gravium , weiter ausgebildet, in welcher er auch über denWeg der gegen den Horizont schief geworfenen Körper seineUntersuchungen mittheilte. Allein Huygens ging viel weiterindem er die Bewegung in einer krummen Linie überhaupt zubestimmen suchte. Zwar beschränkte er seine Untersuchungen
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nur auf die Bewegungen in einem Kreise, allein die von ihmgefundenen Resultate für den Kreis lassen sich sehr leichtauch auf jede andere krumme Linie ausdehnen, da man diesel-be als die Aufeinanderfolge von unendlich kleinen Kreisbogenbetrachten kann , wie er selbst es in seiner Theorie der Evo-luten gethan hat. Er fand, dafs die Centrifugalkraft im Kreisegleich ist dem Quadrate der Geschwindigkeit, dividirt durchden Halbmesser des Kreises, woraus sofort folgte, dafs auchin jeder andern krummen Linie die Centrifugalkraft gleich demQuadrate der Geschwindigkeit, dividirt durch den Krümmungs-halbmesser der Curven, seyn wird. Eine weitere Betrachtungder Kreisbewegung zeigte ihm auch, dafs die Centrifugalkraftin demselben sich wie der Halbmesser des Kreises und ver-kehrt, wie das Quadrat der Umlaufszeit des Körpers in dieser