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Geschichte dei’ Dynamik. 1501
gewicht der Flüssigkeiten angenommen wird. Dieses Principist zugleich das einfachste und allgemeinste, welches uns dieErfahrung bei dem im Gleichgewichte stehenden Flüssigkeitenkennen gelehrt hat.
Lagrange war es aufbehalten, zu zeigen, dafs diesesPrincip nicht unumgänglich nothwendig ist, und dafs manjene Fundamentalgleichungen aus der ganz einfachen Betrach-tung der Natur der Flüssigkeit selbst und unmittelbar ableitenkann, indem man nämlich jede Flüssigkeit als eine Masse vonsehr losen oder lockeren , von einander unabhängigen Ele-menten betrachtet, die nach allen Richtungen vollkommen be-weglich sind und indem man auf dieselben das oben erwähntePrincip der virtuellen Geschwindigkeiten anwendet. Dadurchwird also die Statik der festen sowohl, als auch der flüssigenKörper aus einem und demselben Princip abgeleitet. Die solange gewünschte und, wie es scheint, so schwer zu errei-chende Gleichförmigkeit der Behandlung beider Theile derWissenschaft ist hergestellt und fortan nichts weiter mehr, alsdie Ausbildung der einzelnen Partien derselben zu wünschen,die gröfstentheils Sache der mathematischen Analyse ist, unddie eigentliche Wissenschaft der Statik, die nur in sich ab-geschlossen ist, nicht unmittelbar angeht.
II. Kurze Geschichte der Dynamik.
Die Theorie der Bewegung der Körper, oder die Tiyna-mii;, ist eine ganz den Neueren angehörende Wissenschaft.Die Alten wufsten davon nichts, als das sehr einfache undleicht zu findende Gesetz der gleichförmigen, geradlinigen Be-wegung, in welcher die zurückgelegten Räume sich wie dieProducte aus den Zeiten in die Geschwindigkeiten verhalten.Sie blieb auch bis zum Anfänge das 17. Jahrhunderts unbe-kannt, wo Galilei durch seine Entdeckung der Gesetze desfreien Falls den ersten Grundstein zu dem Gebäude legte, des-sen Gröfse und Schönheit wir jetzt mit Recht bewundern.Vor ihm hatte man die Körper nur im Zustande der Ruheoder des Gleichgewichts betrachtet, und Niemand ist es ein-gefallen, die alltäglichen Erscheinungen, welche uns der Fallder Körper darbietet, einer nähern Untersuchung zu würdi-gen. Galilei hat als der erste diesen grofsen und wichtigen