der deutschen Nation zurückreichende allzeit adeliche Ahnenreihe besäße, gehört in das Gebiet der Eitelkeiten; die be-währtesten und tüchtigsten Forscher haben allzeit gegen ein derartiges Gebahren protestirt, und der gelehrte Reinhardvon Gennningen, der i, Z. f6o0 eine Genealogie seines Hauses herausgab, behauptet, daß alle brieflichen Dokumentebei dem Adel mit d. I, s2ö0 ein Ende, oder vielmehr keinen Anfang haben. Was speciell unsere vorliegendeFamilien-Thronik anbelangt, geht R. Gemmingen wieder in seiner Annahme zu weit, denn die photographischreproducirte und als „Beilage p abgedruckte Orig. perg-Urkunde des k. a llg. Reichs archivs zuMünchen beweist all oculos, daß die Geinsheims so ziemlich f00 Zahre weiter zurück nachge-wiesen werden können als R. Gemmingen annimmt.
Dabei darf nicht übersehen werden, daß viele Forschunzen erst in neuerer Zeit möglich geworden sind, diedamals nicht angestellt werden konnten, weil die Archive in den Klöstern verborgen und dem publicum nicht zu-gänglich waren. Zetzt sind die Archive geordnet, dein Geschichtsforscher geöffnet und kommt Vieles zu Tage, wasfrüher vollständig unbekannt war, Vieles, was die bisherigen Geschichtsbücher mitunter in drastischer Weise widerlegt.
Ein gewißer Z. B. Salver, der um das Pahr s763 im Archiv zu Würzburg war, wollte eine fränkischeDi plomatik herausgeben?, wurde aber durch Zntriguen daran verhindert, da ertheilte ihm der damalige Fürst-bischof von Würzbürg - Adam Friedrich Graf von Geinsheim den Austrag, eine historisch-genealogischeBeschreibung des Seinsheim'schen Uauses zu verfassen und schrieb er ein — was künstlerische und calligraphische Aus-stattung betrifft, wirklich seltenes Prachtwerk unter dem T?tel „sein neues che im", dessen Text aber leider bis zumH7. Zahrhundert apokryph und vollständig unbrauchbar ist, weil es auf durchaus falschen Voraussetzungen basirt ist.Das Werk, auf Pergament geschrieben, ein großer Folio-Band, liegt in? gräfliche?? Pausarchiv zu Süuching, pracht-voll eingebunden 'H.
Die vorstehende Geschichte soll weder ei?? Roman sein, noch eine ungerechtfertigte Glorificirung der Familie,sondern eii? auf authentische Quellen und urkundliche Beweise basirter wahrheitsgetreuer Bericht über das Entstehen,die Entwicklung und die verschiedenen Schicksale der Familie. Gutes und Schlimmes baut sich nebeneinander undnacheinander auf, historisch belegt. —
Was nicht nachgewiesen und urkundlich belegt werden kann, wird als „zweifelhaft",höchstens als „wahrscheinlick" bezeichnet und — um die vorgeführten Persönlichkeiten und Er-eignisse richtig würdigen zu können, auf die Zeitverhältnisse hingewiesen und die culturellenwie politische?? Tonstellationen der treffenden Periode allegirt.
Leider habe?? alle Historiker, die bis jetzt sich mit der Vorgeschichte der Seinsheim's befaßt, zuerst die alte??Fabel?? reproducirt, genealogische Zrrthümer copirt, und dann von den? Augenblick an, in welchem die Schwarzen-bergs den Namen Seinsheim fallen ließe??, sich ausschließlich mit Ersterei? befaßt, die Semsheims aber ganz aus de???Auge verloren; es ist daher leicht, den Anfang der Fürsten von Schwarzenberg nachzuweisen, aberfast unmöglich, den Ursprung der Seinsheims zu finden, die doch nahezu dritthalb Jahrhun-dert vorher existirt habe?? müssen, da i. Z. ffäö Eispert von Sovensheim bereits ein erwach-sener, wahrscheinlich sogar hochbejahrter Mann war. Der Ursprung befindet sich in eine???chaotischen Dunkel, ein e Genealogie oder Filiatio ?? vor Anfang des so. Jahrhunderts ist absolutunmöglich. Doch steht es fest, daß sie ii? die Zeit der Hohenstaufen zurückreiche??, im sZ. Jahrhundert als Schild-knappen, Ritter, Amtmänner, Schirmvögte w. w. genannt werden und als solche auf Urkunden siegeln. Vor Mittedes s2. Jahrhunderts aber sie schon nachweisen zu wollen, wird nicht gelingen, schon deßhalb nicht, weil es in jenerZeit überhaupt noch keine Familien-Namen gab, man nannte sich nach den? jeweilige?? Sitz und setzte seine?? Tauf-namen vor; auch Siegel kamen nur bei Fürsten und Dynasten vor.
Zu? zwölften und dreizehnten Zahrhundert waren die Gütertheilungen üblich, voi? Majorat oder Fideicommißwar noch lange nachher keine Rede; hatte ein Vater mehrere Güter oder Lehe??, vertheilten sich dieselbe?? unter dieRinder, und finden wir z. B. noch im fch Jahrhundert eine?? Erkinger von Randersacker und einen Eberhard vonSchernau, die aus den der Urkunde anhängende?? Siegeln als Seinsheims zu erkennen sind.
Wen?? man die Genealogie einer Familie ii? jener Zeit studiren will, muß der jeweilige Grundbesitzin s Auge gefaßt werden, der je nach der Stabilität oder Beweglichkeit desselben oder der Zeitverhältnisse sich entweder bei einer Familie erhielt odee aus derselbe?? verschwand; es sind daher de??? Genealogen nur Wahrscheinlich-keitsberechnungen möglich und eine Filiation in jener Zeit nur da???? sicher, wenn, was häufig der Fall ist, der Vaterauf der Urkunde angegeben ist.
Alle Lücken in der Vorgeschichte des S einsheim'schen Hauses auszufüllen, fehlt aber dasn,öthige Material auch i?? de?? Archive??, da durch die Stürme der Zeit viele Urkunden zu Grunde gegangen sind
) IVir mitnehmen diesem tVerke Dalvers zur deeorativen Ausstattung unserer Familien-tZeschichte einen Tbeil der Aeichnunqeu,uätelblätter, Achlöster und Vignetten? die Grabsteine sind leider meistens fehlerhaft gezeichnet und wurden von uns in loeo aufgenommen.