Druckschrift 
Das von den Gebrüdern Simon und Niklas Meister gemalte Rundgemälde des schönsten Punktes des Mittelrheins, von Ehrenbreitstein bis Hammerstein : belebt durch den vierten Rheinübergang der Franzosen unter General Hoche 1797, topographisch-historisch erklärt ; mit einer übersichtlichen historischen Einleitung und Umrissen zu einer Biographie des General Hoche
Entstehung
Seite
26
Einzelbild herunterladen
 

-M 26

Baudiß die Beste 1629 überrumpelt hatten, 1631 daraus ver-jagt, und hoben hier einen so hohen Zoll, daß von allen Seitenbeim Reiche Klagen einliefen, die aber fruchtlos blieben. Ii»Jahre 1616 war Hammerstcin wieder im Besitze der Schweden,wurde aber gleich nach Beendigung des dreißigjährigen Kriegs aufAnstehen des Erzstiftes Köln zerstört, denn während der Schreckendieses Kriegs hatte man nur zu gut eingesehen, welchen Schutzdiese unüberwindlichen Felscnnester dem Feinde bieten konnten.)

Unter dem Schutze des bis an den Rhein vorsprin-genden Krahnenbergs, der vom Flusse steil angeht undauf seinem Plateau die reizendsten Aussichten gewährt,liegt die altergraue Stadt Andernach, welche vondiesem Standpunkte aus dem Beschauer gerade denan der nördlichen Seite sich erhebenden stattlichenWchrthurm und ihre schöne byzantinische Kirche zurAnsicht bringt. (Andernach, die römische -statio antecum, daher der Name, svor der Rette), entstand aus einem vonDrusus angelegten Rheingränz-Kastelle und wurde durch den Im-perator Julian 366 erweitert und mit Mauerwällen umgeben.Später fränkische Königspfalz und letzte südliche Gränzstadt desErzstifts Köln, gegen welches die Bürger im 13. und 11. Jahr-hundert mächtig ankämpften, um ihre selbstständigc Freiheit zu er-ringen; aber vergebens. Die kaiserliche Burg wurde, durch KaiserFriedrich den Nothbart seinem Kanzler, dem Erzbischofe Reinaldvon Dasseln geschenkt, crzbischöflicher Palast, und fand derstattliche, aus verschiedenen Perioden herrührende Bau durch dieWuth der Franzosen im Jahr 1688 seine Zerstörung, als kur-brandenburgische Truppen die Stadt vertheidigtcn. Einen schönenAnblick gewähren die an der Südseite liegenden Trümmer, Zeugender ehemaligen Größe des Palastes, Die Stadt war Mitglieddes rheinischen Städtebundes. Bei der Kirchenspaltung erklärtensich hier viele Bürger für die neue Lehre, doch erhielt die katho-lische Partei die Ueberhand. Im Truchseßischcn Kriege wurde dieStadt von dem Parteigänger Martin Schenk überfallen, abernicht genommen. Im Jahre 1632 wurde die Stadt von denSchweden unter Baudiß erobert und geplündert und blieb bis 1616in ihrem Besitze. Die Franzosen nahmen 1688 die Stadt undäscherten sie ein. Der herrliche Kirchenbau in byzantinischem Stylegehört im östlichen Chorbau dem II. Jahrhunderte an, der süd-liche Thcil, Langhaus und Thürme dem Anfange des 13., nach-dem nämlich die Stadt und Kirche in dem Kampfe Philipps vonSchwaben und Otto des Braunschweigcrs 1199 theilweise nieder-