Die weite, reizende Thalebene unterhalb Koblenz,welche im Osten die sanftanstcigenden Ausläufer desWesterwaldes, im Norden die steilen, den Strom ein-engenden Felsen bei Andernach und im Westen undSüden die vulkanischen Höhen, die sich vom LaacherSee bis zur Mosel hindehnen, mit ihren Senkungenzu beiden Seiten des Rheines amphitheatralisch um-schließen, war schon seit der ältesten, der Geschichteunserer Rheingegend bekannten Zeit der Schauplatzmancher Kriegsbegebenheiten.
Nach der Meinung vieler Altcrthumsforschcr bewerk-stelligte Julius Casar hier schon im Jahre S5 v. Eh.seinen ersten Rheinübergang gegen die Sigambrer.Den Stürmen des Bataver-Kriegs, den Franken-Heerzügen gegen den in sich selbst morsch gewordenenColoß des weströmischen Reichs war diese Gegend biszur Mosel und Lahn hinauf eben so ausgesetzt, wieder Alles verwüstenden Flut der Völkerwanderung.In den Bruderkriegen, welche im neunten Jahrhun-dert die Bildung des deutschen Reichs hervorrief, inden Verheerungszügen der Normannen, wie in denKriegsstürmen unter Otto I., die sich im Investitur-Streite, als ganz Deutschland unter einander in blu-tigem Zwiste lag, erneuerten und in dem langjährigenKampfe Otto des Welsen gegen Philipp und Frie-drich II. die Waiblinger, um Deutschlands Zepter,wurde hier mancher harte Strauß bestanden. Nichtselten war in den Zeiten des Faustrechts diese Ebeneder Schauplatz der Fehden der Herren und Ritter, die
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