°>A 2t GS--
Schlosses Alu» repos, wo das schönste Edelwild ge-hegt wird, ziehen sich die bewaldeten Bergrücken immertiefer nach dem Rheine bis zur Jrlicher Höhe, einemin Ackerland umgeschaffenen Hügel, auf welchem einfreundliches Kirchlein in die Gegend hinausschaut, beiwelchem man die herrlichste Aussicht genießt. An denHügel, unter welchem der Wicdbach dem Rheine zu-fließt, lehnt sich längs des Ufers das Fischerdorf Irlich.Dem Strome folgend, trifft der Blick nahe an seinemUfer die Ruine des im 17. Jahrhundert von demGründer Neuwieds, dem Grafen Friedrich, begonne-nen aber nicht vollendeten Schlosses Friedrichstein,über welchem sich auf der Anhöhe ursprünglich dieneue Stadt erheben sollte. Friedrichstein blieb unvol-lendet und wird von den Umwohnern das Teufels-haus genannt, an welchen Namen sich die wunder-lichsten Spuckgefchichten reihen, wiewohl er nur seinenGrund darin hat, daß die Leute des Grafen bei demBaue mit den drückendsten Frohndienstcn geplagt wur-den. An daS Teufelshaus reiht sich das Dorf Fahr;auf der Höhe schimmert die alte Fcldkirche und imBerge liegt in Obstgärten halb versteckt Wollendorf,in der freundlichen Berghalde über dem Fahr Gon-nersdorf und hoch auf dem Saume Hüllenberg.Rcbenpflanzungen schmücken die Bcrghänge bis zu denUfern des Stromes und verleihen denselben eben dengrößten malerischen Reiz der Färbung, die durch rei-chen Wechsel das Auge bis zu dem Plateau erfreut, aufwelchem aus dem Baumschatten ein einzelner Hof schim-mert, der sogenannte Windhof oder Wind HäuserHof, nach welchem auch die Höhe selbst benannt ist.
In der Tiefe der Andernacher Schlucht, geschütztdurch eine mit Reben bepflanzte Felswand, dehnt sicham Ufer das freundliche Leu d esdorf, durch die Krüm-mung des Rheines und das Zusammenschieben seinersteilen Felsufer dem Blicke halb versteckt. Der FleckenLeudcsdorf gehörte seit der letzten Hälfte des 14. Jahr-hunderts zu dem tricrischen Amte Hammerstein undwar im Mittelalter seines Weinbaues wegen hochge-