Druckschrift 
5,2 (1830) I und K
Entstehung
Seite
869
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Klima.

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Winde gemildert wird; auf ihnen sammelt sich das Wasser derHydrometeore, welches dann den Quellen dauernde Nahrung„ielit, die hierdurch gespeiseten Flüsse bringen verhällnifsmälsigKälteres Wasser in die Ebenen und bedingen deren Fruchtbar-keit. Bei einigen Bergzügen ist es sehr auffallend, wie sehr siegerade diejenigen Winde, welche Regenwolken herbeifiihren,znriicklialten, so dafs letztere sich blofs an der einen Abdachungder Gebirge ihrer Feuchtigkeit entladen und zwei durch eineBergkette getrennte Länderstrecken sich durch ungleiche Gradeder Feuchtigkeit sehr unterscheiden. Endlich scheint es mirnicht zweifelhaft, wenn es gleich bisher nicht durch eigentlicheMessungen hinlänglich constatirt ist, dafs die Menge des atmo-sphärischen Wassers, welche auf grofse Gebirgsmassen herabfällt,gröfser ist, als bei einem gleichen Flächeninhalte ebener Gegenden.Hieraus scheinen mir z. B. namentlich die häufigen und meistensplötzlichen Ueberschwemmungen der Donau erklärlich, welcheden gröfsten Theil der von der nördlichen Abdachung der Al-pen kommenden Flüsse, die Iller, den Lech, die Isar, den Inn,die Traun, die Ens, die Raab , die Drave und Save aufnimmtund durch deren plötzliche Anschwellungen zu keiner Jahreszeit,aufser im Winter , gegen verheerende Ueberschwemmungen ge-sichert ist, statt dals dagegen der Rhein und die Weichsel, wel-che nach ihrem Ursprünge nicht so viele eigentliche Gebirgs-flüsse aufnehmen, aufser dem Frühlingsschwellen eine weit con-stantere Höhe haben. Auf den Spitzen hoher Berge ist das Kli-ma nicht anders, als die Höhe über der Meeresfläche und diehieraus folgende gröfsere Kälte mit sich bringt, dagegen zeigendie Hochebenen durch ihre klimatische Beschaffenheit nicht blofsden Einllufs der gröfseren Flöhe, sondern die beim Durchgängedurch die dünneren Luftschichten ungeschwächten Sonnenstrah-len bewirken daselbst eine gröfsere Wärme, welche mit stärke-rer Kalte während der Nacht wechselt, und aufserdem erreichendie schwereren Regenwolken jene Höhe nicht; die Berge sinddaher nicht blofs Wetterscheiden, wie denn noch namentlich imSommer 1828 in Italien die auffallendste Dürre, in Deutschlandanhaltendes Regenwetter herrschte, sondern zuweilen ist auf denhohen Bergebenen heiteres Wetter, wenn im tiefem Lande eineMenge Regen fällt.

Das Thalklima ist auf allen Fall ein eigenthümliches. InheifSen Gegenden unterscheiden sich die Thäler durch eine grö-