Druckschrift 
5,2 (1830) I und K
Entstehung
Seite
783
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Interferenz,

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Dieser Versuch forciert, dafs die Ränder der beiden Spie-gel genau ohne Vorsprung an einander anliegen; denn da dieLänge einer Lichtwelle so ungemein klein ist, so machen seihstHundertstel einer Linie grofse Unterschiede, weil die Interfe-renzen nur sichtbar werden, wenn der Unterschied der Wegebeider Lichtstrahlen wenige Wellenlängen ausmacht; sobald ermehrere Wellenlängen beträgt, so ward bei weifsem Lichteschon sehr bald die ganze Erscheinung aufhören , und selbst beieinfarbigem Lichte läfst sich keine so strenge Homogeneität er-halten, dafs nicht auch da ein Verdecken der der einen Wellen-länge entsprechenden dunkeln Streifen durch die der andernWellenlänge entsprechenden hellen Streifen eintrete. Da näm-lich die verschieden brechbaren oder verschiedenfarbigen Strah-len nach dem Undulationssysteme eine ungleiche Wellenlängebesitzen, so tritt zuerst ein Mischen der Farben ein, wenn derUnterschied der Wege einige Wellenlängen beträgt, dann beieiner gröfsern Differenz ein Zusammenfallen der Farben, welcheeiner gewissen Anzahl von Wellenlängen zugehörten, mit de-nen, die der nächst gröfsern Anzahl zugehören, und eben da-durch ein gänzliches gegenseitiges Zerstören der hellen unddunkeln Streifen. Bei einfarbigem Lichte ist dieser Nachtheilzwar weit geringer, aber wenn die Differenz der Wege einersehr grofsen Anzahl von Wellenlängen gleich ist, so hindert erdennoch das Sichtbarwerden der dunkeln und hellen Streifen.Damit dieses Aneinanderpassen der Gläser ohne einen nachthei-ligen Vorsprung des einen vor dem andern erreicht werde, em-pfiehlt Fresnel ein Eindrücken beider Gläser in eine Unterlagevon Wachs, damit man durch leise Abänderung der Lage denZweck erreichen könne.

Dafs die Kleinheit des Winkels erforderlich ist, um dieStreifen weit genug auseinander zu rücken, läfst sich leichtübersehen. Stellt nämlich e p einen Theil der dem Bilde V an-gehörenden, eq einen Theil der dem Bilde U angehörenden

Welle vor, so ist q ep = S CT' und er = m ——-giebt an,

Tang. q<_p °

wie weit man auf der einen Welle fortgehen mufs, um einengewissen Abstand = pq der andern Welle zu erreichen. Stelltalso pq eine halbe Wellenlänge vor, so ist e q der Abstand desmittlern hellen Streifes vom nächsten dunkeln, und bei der un-gemeinen Kleinheit der Wellenlänge, deren Hälfte nur etwa