Interferenz. 781
sioh einander aufheben, wenn die Länge ihrer Wege um einehalbe Wellenlänge verschieden ist.
Als einen Hauptversuch führt Fkessel folgenden an 1 .Wenn man zwei unbelegte Spiegelgläser nimmt, die an derHinterseite geschwärzt sind, um keine doppelten Bilder zu ge-ben oder statt dieser Gläser zwei Metallspiegel anwendet, sokann man , indem man ihre lländer in vollkommene Berührungbringt und die Spiegel einen sehr nahe an JSO Grade kom-menden Winkel mit einander machen läfst, ja sehr leicht zweiBilder eines und desselben leuchtenden l’unctes erhalten, zwi-schen diesen aber zeigen sich Lichtstceilen durch die gegensei- p..^tme Einwirkung beider Lichtstrahlen auf einander. Es sey A 189.der leuchtende Tunet, BC der eine, CD der andere Spiegel,so läfst sich leicht übersehen, dal's das Auge E im Durcli-schnittspuncte der rellectirten Strahlen ein zweifaches Bild desleuchtenden Punctes in F und G sieht. Ebenso würde ein Augein H zwei Bilder in I und K sehen, und es ist bekannt, dafsdie von dem einen Spiegel kommenden Lichtstrahlen die Rich-tung haben, als ob sie von dem Bilde V, die von dem andernSpiegel kommenden, als ob sie von dem Bilde U ausgingen,und diese Bilder liegen auf den gegen C B und C D senkrechtgezogenen Linien A T, AS , so dals V T = A T und US= ASist. Zieht man nun die Linie ECW so, dal's sie den WinkelV C U halbirt, so liegen auf ihr die Durchschnittspuncte derje-nigen Strahlen, welche von A bis zum Durchschnittspunctegleiche Wege durchlaufen haben. Denn erstlich ist offenbarCA = CU = CV, und da zweitens EW die Mitte der UVsenkrecht trifft, so ist EV = E U, aber E V = AF -j- FE istder vom einen Strahle, EU=: AG -f GE der vom andernStrahle durchlaufene Weg. Da diese gleich sind, so kommenin E, und ebenso in e, allemal die verdichtenden Theile derLichtwellen des einen und andern Strahles zugleich an , ebensodie verdünnenden Theile zugleich und so immerfort, so dafsdie Strahlen beide beitragen, den Lichteindruck zu verstärken.
In den Puncten wie L und H, oder 1 und h, dagegen ist dieSumme der von dem einen Strahle durchlaufenen Wego A K4* KH um etwas verschieden von der Summe der Wege= AI -j- IH, die der andere Strahl durchläuft, und wenn
1 roggeud. Ann. 111. 96. V. 223,