Interferenz. 777
Nach den empirisch bestimmten Werthen der vorigen Formelist f = 1 und folglich = 0,355,
c = 1,192 par. Lin.
Die Versuche zeigen also, dafs die sich interferirenden Wellen,die von einer Kante ausgelien, allemal einen um J, 192 Liniengröfseren Halbmesser haben, als die von der andern Kante aus-gegangenen ; die eine Welle ist also um einen Zeitraum von0,000485 Tertien der andern vorgeeilt, denn in dieser Zeitdurchläuft die Schallwelle 1,192 Lin., wenn man 1024 Fufs in1 Sec. rechnet.
Um dieses Resultat des Versuches richtig zu übersehen,müssen wir Folgendes überlegen. Indem die Zinke der Stimm-gabel angeschlagen wird, weicht ihre äufsere Seite zurück undbringt in der Luft eine mit Verdünnung anfangende Welle her-vor , die innere Seite drängt sich gegen die Luft und erregt dorteine mit Verdichtung anfangende Welle ; diese beiden Wellenaber entstehen nicht gleichzeitig, sondern die letztere ein wenigfrüher, oder wenigstens so, dafs sie beim Fortgange allemalden Radius p + 1,192 hat, wenn der Halbmesser der andernp ist. Da die Entfernung der beiden Kanten von einander= 2 angenommen wurde, so erreichen beide Wellen einanderzuerst, wenn 2 p -f- 1,192 = 2 ist, und in der Entfernungp = 0,404 vom äufsern Eckpuncte der Gabel tritt die erste In-terferenz ein. Da die Stimmgabel den Ton g gab, so trittder gleiche Zustand der Vibration nach Sec. ein, denn die-ser Ton macht 384 Vibrationen in 1 Sec., und die Schallwellenfolgen also in Entfernungen von WV Fufs — 384 Lin» auf ein-ander, das heilst, wenn die zweite Verdünnungswelle von deräufsern Seite der Zinke ausgeht, so ist der Halbmesser der er-sten Verdünnungswelle, die eben da ausging, = 384 Lin., derHalbmesser der ersten Verdichtungswelle, die von der andernSeite ausging, = 385,192 Lin. Die zweite Welle kann alsonirgends mit der ersten eine Interferenz bewirken, weil diesejener bei weitem zu weit voraus ist; die Interferenz aber, wel-che die beiden ersten Wellen für p == 0,404 zu bewirken an-fingen, rückt beim Fortgange der Welle in der durch die Ver-suche und die geometrische Betrachtung angegebenen Hyperbelfe fort, und da eben diese Interferenz aus dem immer um gleich]8§.viel verschieden bleibenden Halbmesser der einander genau aus-gleichenden Theile der Wellen stetig fort hervorgeht, so wird
Ddd 2