Druckschrift 
5,2 (1830) I und K
Entstehung
Seite
714
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In fl ex Ion des Lichtes.

in der freien Luft fortgehend sali, nml er überzeugte sich so-dann vollständig, diifs die Lonpe die Farbenstreifen genau sozeigt, wie sie in ihrem Brennpuncte wirklich vorhanden sind,oder wie sie sich dort, aufgefangen auf einer Ebne, dnrstellenwürden *). So liefs sich also mit Hülfe der Lonpe die Entste-llung der Farbenstreifen noch genauer verfolgen , und es zeigtesich nanz deutlich , dals die sie bildenden Strahlen vom Randedes Körpers, ohne einen irgend merklichen Abstand von dem-selben, ausgingen, indem man den Rand des Körpers, an wel-chem die Lichtstrahlen Vorbeigehen, ganz rein sieht, wenner sich im Brennpuncte der vor das Auge gehaltnen Linse be-findet. Um dieses und um zugleich die Erscheinungen zu sehen,die sich nahe bei dem Körper darstellen, befestigte Fuesxeldie Linse selbst auf einer festen Unterlage und verband mit ihrein schief durch ihren Brennpunct gehendes Haar, von demalso einige Tlieiie näher bei der Linse als der Brennpunct, ei-nige entfernter lauen, und da war nur der Theil, welcher imBrennpuncte lag, von Streifen frei, statt dafs beide diesseitoder jenseit der Brennweite liegenden Theile mit äufsern Strei-fen umgeben waren.

Um die Winkel zu finden , unter welchen die Strahlen,welche die Farbenstreifen bilden, von der geraden Linie dereigentlichen Schattenbegrenzung abweichen , wurde der Schat-

*) Da man sich durch eigne Erfahrung leicht von dem ganz ge-nauen Uebereiustimmen der .Erscheinungen auf einer Tafel mul derdurch die Linse gesehenen, wenn nämlich der Brennpunct der Linseda liegt, wo eben die Tafel lag, überzeugen kann, so will ich dentheoretischen Grund nur kurz erwähnen. Die convexe Linse giehtauf dem Boden des Auges ein genaues Bild dessen, was sich im ßreim-puncte der Linse befindet. Da nun die Streifen, welche auf demGlase im Brennpuncte der Linse sich zeigen, durch zwei sich durch-kreuzende Lichtstrahlen hervorgebraclit werden, so stellt sich mitHülfe der Linse auf der Netzhaut das deutliche Bild eben diesesdunkeln oder hellen Pulictes dar. Man kann daher mit der Linsevon der Kante an, wo das Phänomen seinen Ursprung hat, in allenEntfernu ngen die Erscheinung der Streifen im Schatten und am Schat-ten wahruehmen; die Erscheinungen zeigen sich aber sehr viel glan-zender, als auf einer Tafel, weil man durch die Linse das volle Lichtder Farbenstreifen empfangt. Wenn mau die Linse so nahe an dieKante des die Beugung bewirtenden Gegenstandes bringt, dafs derBrennpunct jenseits fallt, so treten eben die Erscheinungen ein, alswenn der Brennpunct eben so weit diesseits lüge.