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Metropolitan-Kapitel über die Uebernahme der kirchlichen Ver-waltung erstatteten Bericht, mit vollem Vertrauen in die Weis-heit des päpstlichen Stuhles mit mir entgegensahen, mußte esauch bei Ihnen das höchste Erstaunen erregen, daß Se. Heilig-keit der Papst, ohne jene Eröffnungen und den Bericht desMetropolitan-Kapitels abzuwarten, schon am 10. v. M. in einemgeheimen Konsistorium der Kardinale einen Vortrag über denVorgang in Köln gehalten, wie solcher unmittelbar darauf durchdie öffentlichen Blätter bekannt gemacht worden ist. Wie wares möglich, fragen wir uns, aus der unlautern Quelle von Pri-vatnachrichten und Zeitungen, den tatsächlichen Hergang einervon vielen, ihr Farbe und Charakter gebenden Umständen beglei-teten Begebenheit zu schöpfen, ohne eine Berichtigung oder Be-stätigung aus derjenigen Quelle zu erwarten, woraus allein daswahre und volle Licht über dieselbe sich verbreiten konnte? Wievermochte eine solche tatsächliche Auffassung die Macht über dasGefühl zu gewinnen, daß sich dieses in einer Sprache ergoß,die weit weniger wie eine Klage des Schmerzes, als wie eineStimme des Vorwurfs und der Anklage gegen eine Regierungerklang, welcher der römische Hof schon im vorigen Jahrhundert,vorzüglich aber seit dem Jahre 1814 großes Vertrauen zuge-wandt und bis auf die neueste Zeit bei vorkommender Gelegen-heit auf vielfache Weise zu erkennen gegeben hat? Gern hättenwir den Grund der Aufregung in der Wirkung der UeberrafchuNgdurch die Nachricht von der einfachen Thatsache der Hemmungder Amtswirksamkcit des Erzbischofes von Köln an und für sich,gesucht, wenn uns nicht aus unseren Verhandlungen mit Romgegenwärtig gewesen wäre, daß der päpstliche Hof, genau bekanntmit Entstehung, Natur und Entwicklung unserer Erörterungenmit dem Erzbischof, die nun eingetretene Krisis'als nahe bevor-stehend erwarten mußte, so fern Letzterer bei seinen Anmaßungenbeharren und die königliche Regierung nicht geneigt seyn sollte,die altbegründete Ordnung der Monarchie über das' Verhältnißdes Staats zur katholischen Kirche und alle damit verbundenenhochwichtigen Interessen denselben zum Opfer zu bringen. DieMöglichkeit eines so traurigen Ausgangs der seit dem MonateMärz mit dem Erzbischose von Seiten der königl. Regierunggeführten Verhandlungen war längst hier in Betracht gezogen,auch war der römische Hof schon im Monate Mak, so wie zum