Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
78
Einzelbild herunterladen
 

— 78 —

dahin standhast allen persönlichen und mündlichen Unterredun-gen mit dem königl. Botschafter entzogen. Nachdem aber der-selbe an den heiligen Stuhl selbst ein Anschreiben gerichtet hatte,worin einiges Bedauern darüber ausgedrückt wird, daß die An-rede Sr. Heiligkeit an das Kollegium der Kardinäle zu dersel-bigen Zeit bekannt gemacht worden sey, wo man eine freund-liche Ausgleichung dieser Angelegenheit einzuleiten suche, so hatder Kardinal Staatssekretär im Geiste des heiligen Stuhles,welcher diesen Wunsch lebhaft heget, dem Geschäfts-träger Sr. Majestät des Königs von Preußen geantwortet:

»er zweifle nicht, daß diese gütliche Ausgleichung werdezu Stande kommen, wenn die gemäßigten Gesinnungendes preußischen Kabinets, welche fast sprüchwörtlich be-rühmt seyen, sich in dieser Angelegenheit bestätigten unddie Gercchtigkeitsliebe, welche den König beseelt, Denselbenbewege, die dem heiligen Stuhle in der Person eines sei-ner Diener zugefügte tiefe Verwundung (morüll-c--uio) vergessen zu machen: indem derselbe denErzbischof seiner Heerde zurückgebe und inder Diöcese Köln den srühern Zustand derkirchlichen Verhältnisse wiederherstelle. Nurin dieser Weise könne der heilige Stuhl hoffen, daß dieSpannung ein Ende erreiche, welche durch diesen Gegen-stand herbeigeführt sey.«

Um wie viel erfreulicher wird es für die ganze Christenheitseyn, wenn diese hier bezeichnete Wiederherstellung der kirchlichenVerhältnisse sich nicht allein auf die Metropole Köln beschränkt,sondern die erwünschte Wiedervereinigung aller christlichen Re-ligionsverwandten umfaßt.

In der That gehört dieser Gegenstand der Erzdiöcese Kölnin Verbindung mit der Angelegenheit der gemischten Ehen und desHermcsianismus zu denjenigen, welche das Concilium zu Trientausdrücklich am Schlüsse seiner Sitzungen als diejenigen bezeich-net, die zur Feier eines künftigen allgemeinen Kirchenconciliumsder Christenheit wieder könnten Veranlassung geben.

8ossio ulüma ckie Deceiuller 156Z vooretum. (Oockecretis Loncilii reel^ienllis et olzservgnclis.) In diesemKirchenbeschluß wird namentlich bemerkt:

5) daß nur die vorzüglichsten Irrthümcr dermaliger Zeiten