Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
77
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Religionsverwandtcn als Eine Heerde unterEinen Hirten zu bewirken, ist noch nicht erreicht, vielmehrim Laufe der drei Jahrhunderte vielfaltig gehemmt und erschwert.

Der gegenwartige Zeitpunkt erscheint diesem erhabenenZwecke günstig, indem die vorzüglichsten Mächte Europa's imFrieden und in einem gegenseitig freundlichen Verhältnisse stehen,die Unterscheidungslehrcn durch die unzählbare Spaltung derMeinungen und durch die wechselnden philosophischen Systemeeine, im Gegensatze des frühern Protestantismus ganz abweichendeGestalt angenommen haben und der Gegenstand des Hermesia-nismus in seinem tiefern Zusammenhange mit den auf den mei-sten Universitäten der Welt herrschenden Philosophemcn undwegen seiner Eingriffe in die höheren Grundsätze der spekulati-ven Theologie und in die patristische Auslegung der Mistcriender heiligen Schriften, insbesondere hinsichtlich der Lehren cloopxzl'idus Zgncüssimao llllinüalis sd iMna und ad exwa,geeignet ist: zur concilmäßigen Feststellung einiger in früherenökumenischen Kirchenversammlungen noch nicht ausdrücklichausgesprochenen theologischen Gegenstände Veranlassung zu ge-ben; wozu auch die noch erwartete feierliche Anerkennung derImmaculata (louos^tio und Aufnahme des dritten und viertenBuches lllscwas mit der Oratio iVIsnassae in die Sammlung derkanonischen Bücher, desgleichen die Anfertigung einer vollstän-digen authentischen Schrifterklärung theologischer Lehrbücher undeines besondern Volkskatechismus gehören dürfte.

Bei dem erleichterten Verkehr erscheint die Versammlungvon mehr als 1000 Bischöfen aus der ganzen Welt wenigerschwierig als vor 300 Jahren, und es würde in dieser Hinsichtauch weniger erheblich seyn, ob ein Ort in Deutschland, wie dieKönigs-Stadt München, oder in Frankreich oder Italien dieerlauchten Väter aufnähme. So dürfte die gütliche Beendigungder Kölnischen Sache nicht zweifelhaft bleiben, so verwickelt ü'eauch noch ist.

Zur Zeit des hohen Weihnachtssestes 1837 hat der königl.preuß. Geschäftsträger zu Rom sich vergeblich bemühet, denKardinal Staatssekretär persönlich zu sprechen, obwohl er sichan mehrere dort wohnende diplomatische Personen von auswär-tigen Höfen wandte, um durch deren Vermittlung den Zutrittzu erhalten. Der Minister des heiligen Stuhles hat sich bis