bracht haben und gelinde schwärmen wellen, ohnedaß ihnen eine Masche fällt. Und alle Zuschauerbesitzen jene deutsche Tugend, die uns angeborenoder wenigstens anerzogen wird, Geduld. Auchgeht man bei uns ins Schauspiel, um das Spielder Comödianten, oder, wie wir uns ausdrücken,die Leistungen der Künstler zu bcurthcilcn, undLeztcre liefern allen Stoff der Unterhaltung inunseren Salons und Journalen. Ein Franzosehingegen geht ins Theater, um das Stück zusehen, nm Emozioncn zu empfangen; über dasDargestellte werden die Darsteller ganz vergessen,und wenig ist überhaupt von ihnen die Rede.Die Unruhe treibt den Franzosen ins Theater,und hier sucht er am allerwenigsten Ruhe. Ließeihm der Autor nur einen Moment Ruhe, erwäre kapabel, Azor zu rufen, was ans deutschpfeifen heißt. Die Hauptaufgabe für den fran-zösischen Bühnendichter ist also, daß sein Publikum
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4 (1840)
Seite
200
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