IX
Ich dachte — habt meiner nicht mehr nöthig, willauch einmal für mich selber leben, und schöne Gedichteschreiben, Commödicn und Novellen, zärtliche undheitere Gedankcnspicle, die sich in meinem Hirnkastenangesammelt, und will mich wieder ruhig zurückschleichenin das Land der Poesie, wo ich als Knabe so glücklichgelebt.
Und keinen Ort hätte ich wählen können, wo ichbesser im Stande war, diesen Vorsatz in Ausführungzu bringen. Es war auf einer kleinen Villa dichtam Meer, nahe bei Havre-dc-Grace, in der Rormandie.Wunderbar schöne Aussicht auf die große Nordsee; einewig wechselnder und doch einfacher Anblick; heutegrimmer Sturm, morgen schmeichelnde Stille; unddrübcrhin die weißen Wolkenzüge, riesenhaft undabcntheuerlich, als wären es die spukenden Schattenjener Normanen, die einst auf diesen Gewässern ihrwildes Wesen getrieben. Unter meinem Fenster aberblühte» die lieblichsten Blumen und Pflanzen; Rosen,die licbcsüchtig mich anblickten, rothe Nelken mit ver-schämt bittenden Düften, und Lorbeeren, die an dieMauer zu mir hcraufrankten, fast bis in mein Zimmerhercinwuchscn, wie jener Ruhm, der mich verfolgt. Ja,einst lief ich schmachtend hinter Daphne einher, jetztläuft Daphne nach mir, wie eine Metze, und drängt