VIII
der Maulbeeren abliefet; aber der Herr nahm michvon der Schaafheerde und sprach zu mir, gehe hin undweißsage. Es war ein wchmüthiges Gcständniß, wennder arme Mönch, der, vor Kaiser und Reich, zuWorms, angeklagt stand, ob seiner Lehre, dennoch,trotz aller Demuth seines Herzens, jeden Widerruf fürunmöglich erklärte, und mit den Worten schloß: hierstehe ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir, Amen!
Wenn Ihr diese heilige Zwingnissc kenntet, Ihrwürdet uns nicht mehr schelten, nicht mehr schmähen,nicht mehr vcrläumden — wahrlich, wir sind nicht dieHerren, sondern die Diener des Wortes. Es war einwehmüthigcs Geständnis', wenn Maximilian NobeSpicrresprach: ich bin ein Sklave der Frcpheit.
Und auch ich will jetzt Geständnisse machen. Eswar nicht eitel Lust meines Herzens, daß ich alles ver-ließ was mir Thcnres im Vaterland blühte undlächelte — mancher liebte mich dort, z. B. meineMutter — aber ich ging, ohne zu wissen warum; ichging weil ich mußte. Nachher ward mir sehr müdezu Muthe; so lange vor de» Juliustagen hatte ich dasProphetcnamt getrieben, daß das innere Feuer michschier verzehrt, daß mein Herz von den gewaltigenWorten, die daraus hervorgebrochen, so matt ge-worden, wie der Leib einer Gebühren»» —