Druckschrift 
1 (1849)
Entstehung
Seite
X
Einzelbild herunterladen
 

sich in mein Schlafgemach. Was ich cinst begehrte,ist mir jetzt unbequem, ich möchte Ruhe haben, undwünschte, daß kein Mensch von mir spräche, wenigstensin Deutschland. Und stille Lieder wollte ich dichten,und nur für mich, oder allenfalls um sie irgend einerverborgenen Nachtigall vorzulesen. Es ging auch imAnfang, mein Gcmüth ward wieder umfriedet von demGeiste der Dichtkunst, wohlbekannte edle Gestalten undgoldne Bilder dämmerten wieder empor in meinemGedächtnisse, ich ward wieder so traumselig, so mährchcn-trunken, so verzaubert wie ehemals, und ich brauchtenur mit ruhiger Feder alles aufzuschreiben, was icheben fühlte und dachte ich begann.

Nun aber weiß jeder, daß man bcy solcher Stimmungnicht immer ruhig im Zimmer sitzen bleibt, und manch-mal mit begeistertem Herzen und glühenden Wangenins freye Feld läuft, ohne auf Weg und Steg zuachten. So ergings auch mir, und ohne zu wissenwie, befand ich mich plötzlich auf der Landstraße vonHavre, und vor mir her zogen, hoch und langsam,mehre große Baucrwagen, bepackt mit allerley ärmlichenKisten und Kasten, altfränkischem HauSgeräthc, Weibernund Kindern. Nebenher ginge» die Männer, und nichtgering war meine Ueberraschung, als ich sie sprechenhörte sie sprachen Deutsch, in schwäbischer Mund-