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Über das Papstthum : neu bearb.
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c)4 Andere Ursachen der Fortdauer des Papstthume.

Gelehrten und Verständigen gar wohl einsehen mag, wie die Sa-chen zusammenhangen; und daß diese demnach durch andere Rück-sichten unter dem Joche des Aberglaubens festgehalten werden »<>).Wie man sich die Sache vorstellen kann, so bält wohl die Mei-sten unter Diesen das zurück, daß sie kein Mittel sehen, der Sacheabzuhelfen, und daß sie gleich sehr nicht wollen ihr Glück, das sieunter dem Papstthume haben, einbüßen, und zu den Protestantenübergehen, um bei diesen Hunger zu leiden, welches doch eine zugroße Versuchung sein würde. Deßhalb glauben sie, es könneihnen genug sein, wenn sie an Christum und sein Verdienst glau-ben, und dadurch selig zu werden gedenken; den Rest von denSachen, die man im Papstthume zur christlichen Religion hinzu-gefügt habe, könnten sie ja wohl zum Scheine mitmachen und da-von glauben, so viel sie wollten; ob die Weiber und das gemeineVolk, das ohnedem stets an Extravaganzen Geschmack findet, jeneDinge im Ernst glaube, daran könne gleichviel gelegen sein. Auchgiebt es ohne Zweifel Viele unter ihnen, die nicht unterscheidenkönnen, was in der Religion von Gott sei, und was die Clcriseiihres Nutzens halber dazu gesetzt habe. Sehen diese nun denBetrug der Letztern, so halten sie Jenes ebenfalls mit für Fabel-werk, und bedecken ihre Atheisterei mit dem äußern Scheine, umsich keine Ungelegenheit auf den Hals zu ziehen. So kann sichein Vernünftiger leicht denken, wie ein Italiener oder Spanier vonGeist, der niemals eine Bibel oder ein protestantisches Buch indie Hände bekam, auf dergleichen Gedanken fallen kann, wenn erder Clcrisei ein wenig in die Karte zu sehen anfängt.

Dazu kommt, daß nach Luthers Zeit das Papstthum sehr be-

2°) Denn das soll doch wohl jetzt Niemand mehr sagen, dcß er ausAnerkennung der Richtigkeit papistischer Lehrsätze bei diesem Glaubenbleibt. Die Hauptsache ist: Jugendgcwohnheit und allgemeine Sitte, dieden Menschen wohl auch oft etwas Thörichtes mitzumachen bewegt. DasZweite: Furcht; das Dritte: Wortheil; das Vierte: Mangel an klarem unddurchdringendem Verstände und historischer Einsicht. Das Fünfte: dieNeigung zu Formalitäten, deren Nichtigkeit nicht Jeder sobald zu erken-nen im Stande ist. Endlich giebt es auch in katholischen Ländern durch-aus keine Gelegenheit, das Bessere kennen zu lernen, um einen Vergleichanstellen zu können.