Die Jesuiten als Erzieher.
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die Jesuiten, die gleichsam des Papstes Leibgarde ausmachen, demUnterrichte, indem sie nicht allein auf den Akademieen lehrten, son-dern auch den Unterricht der Knaben an sich zogen, wodurch siedenn in den Stand gesetzt wurden, die Wissenschaften so einzurich-ten, daß sie dem Reiche der Finsterniß nicht allein nicht schadenkönnten, sondern ihm im Gegentheil noch Nutzen bringen möchten.Sie erwarben durch den Kinderunterricht nicht allein ihrem Or-den viel Ansehn und Reichthum, sondern unterstützten auch dasPapstthum machtig, zu dessen Beförderung sie sich vor allen an-dern Mönchen durch ein besonderes Gelübde verpflichten. Durchdiesen Unterricht suchen sie frühzeitig den zarten Gemüthern einegroße Verehrung gegen den Papst einzupflanzen, und was sonstnoch für Neigungen ihrem Wesen nützlich sein können. Man ge-wöhnt dabei die Zöglinge von Jugend aus, bei ihrer einmal gefaß-ten Meinung halsstarrig zu verharren und sich davon durch keineGegengründe abwenden zu lassen; wodurch sie denn nothwendiguntüchtig werden müssen, jemals die Wahrheit zu erkennen. Ins-besondere lernen die Jesuiten bei diesem Unterrichte die Fähigkeitenund Neigungen ihrer Schüler auf das Genaueste kennen; wasihnen spater vortrefflich zu nutzen kommt, wenn jene vielleicht zuStaatsdiensten gelangen. Diejenigen, die ihnen der Geschicklichkeitoder des Reichthums wegen dienlich scheinen, suchen sie mit allemFleiß in ihren Orden zu ziehen, so daß man sagen kann, daß ihreganze so gerühmte Schuldisciplin auf keinen andern Zweck aus-geht, als des Papstes Staat und Ansehn zu erhalten. Zwar rüh-men sie sich, als hätten sie ganz besondere Kunstgriffe in der Ge-walt, um den Knaben das Latein und andere Sachen beizubrin-gen; allein sie hüten sich sorgfältig, ihre Schüler zu klug zu ma-chen, wenn sie nicht etwa die Gewißheit haben, daß sie selbst inden Orden treten werden. Da sie nun von jeher durch ihren Ju-gendunterricht viele fähige Leute in ihren Orden gezogen hatten,auch übrigens in ihrem Umgange und ihrer Lebensart sehr höflichund abgeschliffen waren, und die Rohheit und schmutzige Pedan-terie der übrigen Mönche zum großen Theil abgelegt hatten, so ge-lang es ihnen um so leichter, sich unter dem Titel der Beichtvä-ter an den meisten Höfen einzuschleichen, in die Staatsgeschäftezu mischen, und die Maßregeln der Regierungen nach ihrem Wil-