Das Papstthum als Monarchie betrachtet.
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Oberhaupt ehelos sei, weil dies der Würde des päpstlichen Hofeszuträglich schien, und weil eine so vornehme Gemahlin bei so gro-ßem Gewichte und Ncichthum sich schwerlich würde so haben be-nehmen können, daß daraus für die bezweckte Andacht und Heilig-keit ersprießliche Wirkungen erfolgt wären. Auch erforderte es dieSchcinheiligkcit, sich das Ansehen zu geben, als wäre man ingöttlichen Dingen so vertieft, daß man an irdischer Lust und irdi-schen Affcctcn keinen Geschmack fände. Dazu durfte man nichthoffen, daß Einer, der Weib und Kind hätte, sich nicht bisweilenverleiten lassen sollte, mehr deren besonderes Interesse, als denallgemeinen Bortheil des Staats vor Augen zu haben, indemwohl keine Rücksicht stärker und bewegender ist, als die man fürdie Erhaltung und den Wohlstand von Weib und Kindern zu he«gen Pflegt; wie man beim päpstlichen Stuhle das Beispiel anden Bastarden der Päpste Alexanders VI. und Pauls III. gesehenhat. Vielleicht wollte man auch verhindern, daß nicht etwa einweltlicher Fürst nach dem Papstthume streben, und es auf seinHaus und Geschlecht in erblicher Folge zu bringen versuchen möchte;welchem Falle am passendsten durch die Pflicht des ehelosen Le-bens vorgebeugt ward. Das Conclave war gleichfalls eine zweck-gcmäße Einrichtung, um den übergroßen Ehrgeiz zu zähmen, undSpaltungen zu verhindern, die in früherer Zeit das Anschn despäpstlichen Stuhls sehr geschwächt hatten; auch wurde dadurchden längern Jnterregnis abgeholfen. So ist es auch durch dieWahl weit leichter, einen zu finden, der eine so große und künstli-che Heuchelei auszuführen geschickt wäre, und von dem man beidem Volke, das die Intriguen des Conclaves nicht kennt, mit bes-serm Scheine vorgeben könnte, er sei durch Gottes besondereSchickung als der passendste und würdigste zu dessen Statthaltererwählt worden. Sicher kann man durch die Wahl am leichtesteneinen treffen, der der weltlichen Händel und Regierung kundig ist,die Hitze und Thorheit der Jugend abgelegt hat, und dem dasAlter und die Erfahrung Ansehn giebt. Auch wurde für zweck-dienlich befunden, daß der Neugewählte zwei Drittheile der Stim-men haben sollte, damit er unter den Cardinälen nicht zu Vielewider sich haben möchte. Uebrigens wird jederzeit hauptsächlichdaraus gesehen, daß der Papst kein Transalpinus, sondern ein