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Über das Papstthum : neu bearb.
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16 Gründung und ältester Zustand des Christcnthums.

durch eine einzelne Gemeinde nicht konnten ausgemacht werden,so traten mehrere Gemeinden mit einander in Verbindung, oderes wurden Zusammenkünfte der Kirchendiener aus mehreren nahegelegenen Gemeinden festgesetzt, worin die Sachen abgemacht wur-den. Und obwohl sonst in einem Staate den Privaten nicht ver-gönnt sein kann, für sich zahlreichere Versammlungen anzustellen,so dürfen doch diese Zusammenkünfte (Synoden) der ersten Chri-sten für kein unerlaubtes Conventikel gehalten werden, weil siekeinen andern Zweck hatten, als die Religion zu üben, die vonGott selbst gegeben war, und gegen welche keine menschlichenSatzungen etwas zu sagen hatten. Denn da die Obrigkeit hierinihr Amt nicht wahrnahm und ihr eignes Heil nicht beachtete, sofolgte daraus nicht, daß auch diejenigen, die den rechten Weg er-kannt hatten, ebenfalls ihr Heil versäumen mußten. Und wie sichJeder mit eignen Kräften und Mitteln beschützen muß, wenn dieObrigkeit ihm keinen Schutz leisten will oder kann, so habe ichauch, wenn bei Erhaltung meines Seelenheils die Obrigkeit dasIhre nicht thun will, um so mehr Fug und Recht, dasselbe fürmich wahrzunehmen, als mir an der Seele nothwendig weit mehr,als am Leibe, gelegen sein muß, und je weniger ein Andererdurch meinen richtiger» Gottesdienst irgend wie verletzt werdenkann. Denn dadurch, daß wir uns den Gesetzen des Staats un-terwerfen, entsagen wir keineswegs der Sorge für unfern Leibund unsere Seele. Uebrigens ist wohl kein Zweifel, daß, wenn esGottes Wille gewesen wäre, mit der Bekehrung der Kaiser undKönige den Anfang zu machen, diese durch ihre Edicte die Predigtder Apostel würden unterstützt, die Götzentempel über den Haufengeworfen, den abgöttischen Götterdienst verboten, und nach derApostel Unterricht die öffentliche Leitung der christlichen Religioneingerichtet und gehandhabt haben, da dies ja allerdings da derFall gewesen ist, wo die christliche Religion zuerst von den Regen-ten angenommen wurde.

Z. it.

Doch ist daraus, daß die ersten Christen, wegen Versaumnißvon Seiten der Obrigkeiten, unter einander selbst den Gottesdiensteinrichten mußten, ein Jrrthum von nicht geringen Folgen entstan-den. Denn es haben Einige aus diesem Grunde behaupten wollen,