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Über das Papstthum : neu bearb.
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14 Gründung und ältester Zustand des Christcnthums.

lich mehrte, und eben dies das Heidcnthum in Verfall zu bringendrohte. Sich selbst hielten die römischen Herrscher für viel zugroß, als daß sie sich in eine Untersuchung dieser Lehre eingelassenhatten. Auch gab es unter den ersten Christen wenig geschickteLeute, die das Wesentlichste ihrer Glaubenslehren in passenderForm vorzutragen im Stande gewesen waren. Da also die Kai-ser nicht eines Bessern belehrt werden konnten, so liehen sie denenein glaubiges Ohr, die die Christen bei ihnen verleumdeten, alsob sie in ihren heimlichen und nachtlichen Zusammenkünften leicht-fertige Dinge vornahmen, wie etwa die Bacchanten beim Bachus-feste gcthan, oder gar Verschworungen wider den Staat vorhatten.Auch gab es Viele, die gegen alle Neuerungen Abneigung hatten,und meinten: da das römische Reich bei der alten Religion sichso viele Jahrhunderte wohl befunden habe, so könne man sichauch ferner damit bchclfcn; und wenigstens müsse man demVolke die Meinung nicht lassen, als dürfe es selbst in solchenSachen Veränderungen beginnen und klüger sein wollen, als seineVorgesetzten. Ferner kam es ihnen verdachtig vor, daß die Chri-sten unter einander einen bestimmten Verein zur Ausübung ihrerReligion geschlossen hatten. Dieser Verein erschien ihnen als eineParteiung und als ein Staat im Staate, der am Ende die Herr-schaft an sich reißen könne. Endlich mußten natürlich die heid-nischen Tempel um so leerer werden, je mehr sich die christlichenfüllten; und da das römische Reich immer schwacher ward, undzu Zeiten große Unfälle erlitt, glaubte man, es komme daher, weilman die Götter vernachlässigte, durch deren Gunst das römischeReich so hoch gestiegen sei. Man verfolgte also die Christen, alsUngläubige, die alle Religion zu Grunde richten wollten. Und dasie dem Befehle der Kaiser, die heidnischen Götter wieder anzubeten,nicht Folge leisten wollten, und lieber alle Martern und den Todduldeten, so betrachtete man dies als Halsstarrigkeit und Bosheit,und wüthcte desto grausamer gegen sie, um das öffentliche Ansehengegen so geringe Leute desto nachdrücklicher zu behaupten.

Allein welche Gründe man auch von einer solchen Behand-lung der ersten Christen anführen mag, so müssen doch alle diesean ihnen verübten Verfolgungen als unrechtmäßige Tyrannei undals strafbarer Mißbrauch der obersten Gewalt betrachtet werden.