01
Erde, durch die Schwingungen einer senkrechten Nudel immagnetischen Meridian gemessen, verdankt die Wissenschaftallein dem Scharssinn des Chevalier Borda: nicht durch eigenegeglückte Versuche, sondern durch Gedankenverbindung undbeharrlichen Einfluß auf Reisende, die sich zu fernen Erpe-ditionen rüsteten. Seine lang gehegten Vermuthungen wurdenzuerst durch Lamanon, den Begleiter von La Psrouse, mittelstBeobachtungen auö den Jahren 1785 bis 1787 bestätigt. Esblieben dieselben, obgleich schon seit dem Sommer dos letztge-nannten Jahres in ihrem Resultate dem Secretär derckomio lies Soienoes, Condorcet, bekannt, unbeachtet und unver-öffentlicht. Die erste und darum freilich unvollständige Erken-nung des wichtigen Gesetzes der mit der magnetischen Breiteveränderlichen Intensität gehört ^ unbestritten der unglück-lichen, wissenschaftlich so wohl ausgerüsteten Erpedition von LaPerouse; aber das Gesetz selbst hat, wie ich glaube mir schmeichelnzu dürfen, erst in der Wissenschaft Leben gewonnen durchdie Veröffentlichung meiner Beobachtungen von 1793 bis 1894im südlichen Frankreich, in Spanien, auf den canarischenInseln, in dem Inneren des tropischen Amerika's (nördlich undsüdlich vom Aequator), in dem atlantischen Ocean und derSüdsee. Die gelehrten Reisen von Le Gentil, Feuillve undLacaille; der erste Versuch einer Neigungs-Karte von Wilke(1768); die denkwürdigen Weltumseglungen von Bougainville,Cook und Vancouver haben, wenn gleich mit Instrumentenvon sehr ungleicher Genauigkeit, das vorher sehr vernachlässigteund zur Begründung der Theorie des Erd-Magnetismus sowichtige Element der Jnclination an vielen Punkten, freilichsehr ungleichzeitig, und mehr an den Küsten oder auf demMeere als im Inneren der Continente, ergründet. Gegen daS