Druckschrift 
4 (1858)
Entstehung
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Die Bestimmung der Figur der Erde durch Messungvon Längengraden auf verschiedenen Parallelkrei-sen erfordert eine große Genauigkeit in den Unterschiedender Ortslängen. Schon Cassini de Thury und Lacaille be-dienten sich 1740 der Pulver-Signale, um einen Perpen-dikel auf dem Meridian von Paris zu messen. In neuererZeit sind bei der großen trigonometrischen Ausnahme vonEngland mit weit besseren Hülssmitteln und größerer Sicher-heit Längen der Bogen aus Parallelkreisen und Unterschiededer Meridiane bestimmt worden zwischen Beachy Head undDunnose, wie zwischen Dover und Falmouth^: freilich nurin Längen-Unterschieden von 1° 26' und 6° 22'. Die glän-zendste dieser Operationen ist aber wohl die zwischen denMeridianen von Marennes, an der Westküste von Frankreich,und Fiume gewesen. Sie erstreckt sich über die westlichsteAlpenkette und die lombardischen Ebenen von Mailand undPadua, in einer directen Entfernung von 15° 32' 27"; undwurde ausgeführt von Brousseaud und Largeteau, Plana undCarlini, fast ganz unter dem sogenannten mittleren Parallelvon 45°. Die vielen Pendel-Versuche, welche in der Näheder Gebirgsketten gemacht worden sind, haben hier den schonfrüher erkannten Einfluß von localen Anziehungen, die sichauö der Begleichung der astronomischen Breiten mit denResultaten der geodätischen Messungen ergeben °, auf einemerkwürdige Weise bestätigt.

Nach den zwei Unterarten der unmittelbaren Grad-messung: a) auf Meridian- und b) auf Parallelbwgen,ist noch eine rein astronomische Bestimmung der Figur der Erdezu nennen. Es gründet sich dieselbe auf die Einwirkung,welche die Erde auf die Mondbewegung (auf die Ungleichheiten